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Vormarsch der Terrormiliz IS : Was wäre, wenn?

In Deutschland meinen viele, erst der Einmarsch der Amerikaner und der Sturz Saddams hätten den Irak in Chaos und Unglück gestürzt. Doch wäre dem Land mit dem alten Diktator der Vormarsch der Mörderbande IS erspart geblieben?

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          Als in Washington die Debatte über einen Einmarsch im Irak entschieden war und die Invasion bevorstand, erinnerte Außenminister Powell Präsident Bush daran, dass der fortan, nach dem Sturz des Diktators Saddam, für das Land verantwortlich sein werde: „You own it.“

          Der Verantwortung kamen die Besatzer trotz hohen Blutzolls und enormen finanziellen Aufwands nur unzureichend nach. Die alten Strukturen wurden zerschlagen, die neuen waren wenig belastbar.

          Als sich die Lage zu stabilisieren begann, zogen die Amerikaner ab; die Briten waren schon weg. In der aktuellen Diskussion, wie man gegen die Terroristen des „Islamischen Staats“ vorgehen könne, wird indirekt an diese Vorgeschichte und die „besondere Verantwortung“ Amerikas erinnert.

          Da schwingt der Glaube mit, hätte Saddam den Irak noch fest im Griff, gäbe es keinen „Islamischen Staat“ und keinen Vormarsch. Plausibel? Arabien in Aufruhr, Bürgerkrieg in Assads Syrien, (Gegen-)Revolution in Ägypten – und ausgerechnet der Irak mit den vielen Gegensätzen wäre ruhig geblieben? Wegen Saddam, dem Despoten?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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