https://www.faz.net/-gpf-9sj0p

Lucke und de Maizière : Hass ist Hass ist Hass

Bernd Lucke in der vergangenen Woche nach seiner verhinderten Antrittsvorlesung an der Universität Hamburg. Bild: dpa

Gibt es guten Hass und schlechten Hass? Bis in rot-grüne Kreise hinein scheint man das zu glauben. Mit Ergebnissen, die in Hamburg, Berlin, Bremen oder Göttingen zu besichtigen sind.

          1 Min.

          Es ist zwar gut und richtig, viel härter als bisher gegen Hassprediger, zivile wie religiöse, vorzugehen und an Toleranz, Pluralismus und Meinungsfreiheit zu appellieren. Doch beim Blick nach Hamburg und Göttingen drängt sich der Verdacht auf, dass sich damit immer nur eine Seite angegriffen fühlen darf, die andere aber noch ermuntert wird, weil sie in einer Welt aus Gut und Böse die Immerguten sind.

          Bernd Lucke als „Nazi“ zu bezeichnen und Thomas de Maizière in die faschistische Ecke zu stellen, verbreitet nicht nur Hass, sondern ist offene Diskriminierung. Gibt es guten Hass und schlechten Hass? Bis in rot-grüne Kreise hinein scheint man das zu glauben, was auf den Irrtum hinausläuft, der Zweck heilige die Mittel. Hass, ob linker oder rechter, endet aber immer in Gewalt und der Entwürdigung von Menschen.

          Ausgerechnet im Reich der Bildung will man das nicht wahrhaben. Wie viele Universitäten, wie viele Buchläden, wie viele Veranstaltungsorte der Republik sind mittlerweile von dieser Intoleranz infiziert? In Hamburg, Bremen und Berlin gehört sie schon lange zum universitären Alltag, und die linksradikalen Drahtzieher müssen wohl, da sie ganz offensichtlich politische und akademische Deckung genießen, kaum mit den Konsequenzen rechnen, die Rechtsradikale zu Recht zu fürchten hätten. Auch hier gilt: Muss erst etwas passieren, damit die Blindheit auf einem Auge bestraft wird?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Trump fordert Biden zum Drogentest auf Video-Seite öffnen

          Post auf Twitter : Trump fordert Biden zum Drogentest auf

          Vor dem ersten TV-Duell zur Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag hat Präsident Donald Trump seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden zu einem Drogentest aufgefordert. Er selbst wolle sich ebenfalls einem solchen Test stellen, schreibt Trump auf Twitter.

          Topmeldungen

          Nordkoreas Machthaber Kim : Stalinist mit PR-Qualitäten

          Tausendsassa, Basketballfan und Trumps Männerfreund: Seit zehn Jahren ist Kim Jong-un der starke Mann in Nordkorea – seit knapp neun an der Spitze des Regimes. Dabei ist der skurrile Diktator Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen. Doch als Reformer enttäuscht er auf ganzer Linie.

          Zum Tod von Wolfgang Clement : Eigenständig und zuweilen unbequem

          Er hat Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren stets größer gedacht als seine alte sozialdemokratische Partei. 2008 verließ Wolfgang Clement die SPD. Im gesellschaftlichen und politischen Leben blieb er aber bis ins hohe Alter präsent. Ein Nachruf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.