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Lucke und de Maizière : Hass ist Hass ist Hass

Bernd Lucke in der vergangenen Woche nach seiner verhinderten Antrittsvorlesung an der Universität Hamburg. Bild: dpa

Gibt es guten Hass und schlechten Hass? Bis in rot-grüne Kreise hinein scheint man das zu glauben. Mit Ergebnissen, die in Hamburg, Berlin, Bremen oder Göttingen zu besichtigen sind.

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          Es ist zwar gut und richtig, viel härter als bisher gegen Hassprediger, zivile wie religiöse, vorzugehen und an Toleranz, Pluralismus und Meinungsfreiheit zu appellieren. Doch beim Blick nach Hamburg und Göttingen drängt sich der Verdacht auf, dass sich damit immer nur eine Seite angegriffen fühlen darf, die andere aber noch ermuntert wird, weil sie in einer Welt aus Gut und Böse die Immerguten sind.

          Bernd Lucke als „Nazi“ zu bezeichnen und Thomas de Maizière in die faschistische Ecke zu stellen, verbreitet nicht nur Hass, sondern ist offene Diskriminierung. Gibt es guten Hass und schlechten Hass? Bis in rot-grüne Kreise hinein scheint man das zu glauben, was auf den Irrtum hinausläuft, der Zweck heilige die Mittel. Hass, ob linker oder rechter, endet aber immer in Gewalt und der Entwürdigung von Menschen.

          Ausgerechnet im Reich der Bildung will man das nicht wahrhaben. Wie viele Universitäten, wie viele Buchläden, wie viele Veranstaltungsorte der Republik sind mittlerweile von dieser Intoleranz infiziert? In Hamburg, Bremen und Berlin gehört sie schon lange zum universitären Alltag, und die linksradikalen Drahtzieher müssen wohl, da sie ganz offensichtlich politische und akademische Deckung genießen, kaum mit den Konsequenzen rechnen, die Rechtsradikale zu Recht zu fürchten hätten. Auch hier gilt: Muss erst etwas passieren, damit die Blindheit auf einem Auge bestraft wird?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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