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Universität Hamburg : Vorlesung von AfD-Mitbegründer Lucke abermals gestört

  • Aktualisiert am

Bernd Lucke, der am Mittwoch nach dem abrupten Ende seiner Vorlesung an der Universität Hamburg von Sicherheitskräften zu einem Auto gebracht wird. Bild: dpa

Trotz erheblicher Schutzmaßnahmen hat Wirtschaftsprofessor Lucke seine Vorlesung wieder nicht zu Ende halten können. Die Uni Hamburg verurteilt die Störungen.

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          Die Vorlesung von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke an der Universität Hamburg ist am Mittwoch abermals gestört worden. Etwa 10 bis 15  Demonstranten drangen in den Saal ein und skandierten Sprüche wie „Kein Recht auf Nazipropaganda“, wie ein Augenzeuge berichtete. Lucke beendete die Vorlesung, verließ den Saal und fuhr mit einem Wagen davon.

          Lucke sagte der F.A.Z. danach am Telefon, es sei beschämend, wenn die Universität und der Staat seine Vorlesung nicht schützen könnten. Er wisse nicht, wie er so lehren sollte. Er habe die Situation als bedrohlich empfunden und verstanden, warum er den Vorlesungssaal verlassen musste. Sicherheitsbeamte fuhren ihn anschließend im Auto in sein Büro.

          Das Präsidium der Universität Hamburg verurteilte in einer Mitteilung am Mittwoch die Störung „aufs Schärfste“. Es sei unter keinen Umständen hinzunehmen, dass die Freiheit von Forschung und Lehre in irgendeiner Form beeinträchtigt werde und Beamte der Freien und Hansestadt Hamburg an der Ausübung ihrer Amtspflichten gehindert würden.

          Bei seiner ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität vor einer Woche war Lucke als „Nazi-Schwein“ beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert worden. An dem Protest beteiligt waren auch Mitglieder der „Antifaschistischen Aktion“ (Antifa). Ein Tag danach konnte Lucke sein Seminar hingegen ungestört abhalten.

          Vor dem Unigebäude hatten an diesem Mittwoch Vertreter verschiedener Fachschaften Flugblätter mit der Aufschrift „Rechte Ideologie raus aus dem Hörsaal“ verteilt. Darin forderten sie die Universitäts-Leitung auf, Lucke die Lehrtätigkeit, vor allem in Makroökonomik, zu entziehen.

          Hinter dem Gebäude gab es vor und während der Vorlesung eine kleine Kundgebung mit rund 30 bis 50 Teilnehmern. Verschiedene Redner kritisierten die Lehrtätigkeit des Professors an der Uni. „Lucke hat gezeigt, dass er sowohl organisatorisch als auch ideologisch auf Seiten der Rechten steht“, sagte der Organisator der Kundgebung, Felix Steins von den Campus Grünen. Deshalb müsse verhindert werden, dass er seine Propaganda auch im Hörsaal verbreite. „Am liebsten wäre uns, er würde die Uni verlassen. Wenn das nicht geht, sollte er zumindest keine Pflichtveranstaltungen mehr leiten“, sagte Steins.

          Der Volkswirtschaftler und Euro-Kritiker Lucke war 2013 maßgeblich an der Gründung der AfD beteiligt und einer ihrer ersten Bundessprecher. 2014 hatte er sich von der Uni Hamburg beurlauben lassen, um als Berufspolitiker für die AfD ins Europaparlament zu wechseln. Nachdem er 2015 im Streit um eine stärker nationalkonservative Ausrichtung der Partei von Frauke Petry als AfD-Bundessprecher abgelöst worden war, hatte er die Partei verlassen und in der Folge fremdenfeindliche und rechtsextreme Tendenzen angeprangert.

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