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Niedersachsen : Traumschloss und Prinzenrolle vorerst gestoppt

Ein royales Abenteuer, das für Meinungsverschiedenheiten in Niedersachsens Regierung und in der Familie der Welfen sorgt: Die Marienburg bei Hannover. Bild: Imago

Niedersachsen stoppt vorerst den Kauf der Marienburg – der Streit bei den Welfen ist wohl nur ein Anlass für die tieferliegenden Bedenken der Politiker. Die Aufschiebung könnte somit Zeit verschaffen, um einige Fragen zu klären.

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          In Niedersachsen gibt es neuerlichen Zwist zwischen einstigen und aktuellen Herrschern. Erst zwei Wochen ist es her, dass Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) mit Erbprinz Ernst August von Hannover vereinbart hat, dass die Welfen die Marienburg südlich von Hannover für den symbolischen Betrag von einem Euro an die öffentliche Hand verkaufen. Nun ist dieser Deal schon wieder gefährdet. Bei Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ging Ende vergangener Woche ein Brief des Rechtsanwalts von Prinz Ernst August ein, der die Marienburg 2004 seinem Sohn geschenkt hatte. In dem Schreiben weist der Senior darauf hin, dass er die Schenkung an den Junior vor dessen Hochzeit im vergangenen Jahr widerrufen habe und strikt gegen den Verkauf sei. Die Landesregierung entschied deshalb, bis zur Klärung der Rechtslage vom Kauf abzusehen.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Der Vater, der derzeit im Krankenhaus liegt, zeigte sich am Dienstag erfreut über diesen Entschluss: „Seine königliche Hoheit der Prinz Ernst August von Hannover begrüßt als Chef des Hauses Hannover die Entscheidung der Niedersächsischen Landesregierung, die Übertragung des Stammsitzes der Familie auszusetzen, die sein Sohn ohne sein Wissen und seine Zustimmung verhandelt hat.“ Sein Sohn versicherte am Dienstag indes, an seiner Berechtigung zum Verkauf des 1867 fertiggestellten Schlosses bestünden „nach umfassender erbrechtlicher Prüfung“ keinerlei Zweifel.

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