https://www.faz.net/-gpf-8hclg

Vor Treffen mit Muslimen : Petry verstärkt Kritik am Islam

  • Aktualisiert am

Vor Frauke Petrys Treffen mit Muslimen ist die Stimmung eher schlecht. Bild: dpa

Die AfD-Vorsitzende bleibt vor ihrem Treffen mit dem Zentralrat der Muslime auf Konfrontationskurs. Dafür wird sie von der CDU-Integrationsbeauftragten Cemile Giousouf mit Salafisten verglichen.

          1 Min.

          Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat kurz vor ihrem Treffen mit dem Zentralrat der Muslime ihre Islamkritik verstärkt. Neben Minaretten lehnte sie in einem Zeitungsinterview auch das Kopftuch für muslimische Frauen ab. „Weder Minarette noch der Muezzinruf oder die verschiedenen Verschleierungsarten von Frauen sind entscheidend für die islamische Religionsausübung“, sagte Petry der „Bild am Sonntag“.

          Die AfD-Chefin verwies darauf, dass ihrer Wahrnehmung nach gerade Frauen, die sich vom Islam emanzipiert hätten, das Kopftuch ablehnten. „Es gibt Muslimas, die es freiwillig tragen, bei anderen ist es ein Unterdrückungssymbol. Wir haben in der Tat ein Problem damit.“

          Das Treffen Petrys und anderer führender AfD-Politiker mit dem Zentralrat der Muslime findet am Montag in Berlin statt. Der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek hatte die Spitze der islamfeindlichen Partei eingeladen mit der Begründung: „Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns?“ Die AfD verfolgt einen entschiedenen Anti-Islam-Kurs. In dem Grundsatzprogramm der Partei heißt es: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“.

          Für ihre Aussagen wird die AfD jetzt auch von der Integrationsbeauftragten der Unions-Bundestagsfraktion, Cemile Giousouf (CDU), kritisiert. Sie vergleicht die junge Partei mit Salafisten. „Salafisten entfremden Verse aus dem Koran, um die Menschen zu manipulieren. Genauso macht die AfD das auch, um zu zeigen, dass der Islam abzulehnen ist.

          „Extrem und gefährlich“

          Bei der AfD-Vorsitzenden sieht sie eine persönliche Mitverantwortung für rechtsextreme Gewalttaten. „Wenn heute Molotowcocktails fliegen, dann ist das ein Produkt Ihrer zündelnden Sprache und Ihrer Politik, Frau Petry“, sagte Giousouf in einem Streitgespräch mit Petry in „Bild am Sonntag“: „Wenn Menschen zu Schaden kommen, sind Sie dafür mitverantwortlich!“

          Die AfD ist für Giousouf eine „extreme und gefährliche Partei“, die rechtsextreme Parolen toleriere und Menschen gegeneinander aufhetze: „Das führt dazu, dass Angriffe auf jüdische Einrichtungen, Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte deutlich zunehmen.“

          Giousouf, die erste CDU-Bundestagsabgeordnete muslimischen Glaubens, sieht eine zunehmende Islamfeindlichkeit in Deutschland: „Ich bekomme viele Zuschriften von Muslimen, die Angst haben. Muslimische Frauen, die sich nicht mehr auf die Straße trauen, die bespuckt werden, denen das Kopftuch weggezerrt wird.“

          Weitere Themen

          Konservativer Außenseiter gewinnt in Tunesien

          Präsidentenwahl : Konservativer Außenseiter gewinnt in Tunesien

          Erste Prognosen sagen dem Juristen Kaïs Saïed einen Sieg bei der Präsidentenwahl voraus. Er punktete vor allem bei Jüngeren. Die Wahl hatte sich am Donnerstag zugespitzt, nachdem Saïeds Gegenkandidat aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.

          Ausgangssperre nach schweren Unruhen Video-Seite öffnen

          Gespräche in Ecuador geplant : Ausgangssperre nach schweren Unruhen

          Die seit Tagen anhaltenden Ausschreitungen in Ecuador nehmen kein Ende - nun soll es erste Gespräche zwischen den Demonstranten und der Regierung geben. Nach schweren Unruhen in der Hauptstadt Quito verhängte Präsident Lenín Moreno eine Ausgangssperre.

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkischen Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.