https://www.faz.net/-gpf-8p7nn

Vor Treffen mit Le Pen : Gauland und Pazderski kritisieren Petry

  • Aktualisiert am

Unter Beschuss aus den eigenen Reihen: die AfD-Vorsitzende Frauke Petry Bild: dpa

Die AfD-Vorsitzende Petry will sich in Koblenz mit Marine Le Pen, Geert Wilders und anderen Vertretern rechtspopulistischer europäischer Parteien treffen. In ihrer Partei stößt ihr Vorstoß nicht auf viel Zustimmung.

          1 Min.

          Die AfD-Landesvorsitzenden von Berlin und Brandenburg, Georg Pazderski und Alexander Gauland, haben die AfD-Vorsitzende Frauke Petry für ihr Verhalten vor einem Treffen mit der Vorsitzenden des französischen Front National (FN), Marine Le Pen, kritisiert. Petry hatte am Montag den Bundesvorstand per E-Mail informiert, sie werde am 21. Januar Le Pen sowie den Parteisekretär der italienischen Lega Nord, Matteo Salvini, den Vorsitzenden der niederländischen Parteij voor de Vrijheid, Geert Wilders, und den Generalsekretär der österreichischen FPÖ, Harald Vilimsky, zu einem „Europäischen Wahlkampfauftakt“ in Koblenz treffen.

          Petry fragte die Vorstandsmitglieder nach F.A.Z.-Informationen, ob es Einwände gebe. Bevor sich sämtliche Mitglieder geäußert hatten, verkündete Petry am Montagabend den Termin in dem sozialen Netzwerk Twitter. Ihr Ehemann, der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell, veröffentlichte ein Anmeldeformular für Zuschauer. Dessen Europafraktion ENF, der auch Le Pen angehört, richtet das Treffen aus.

          Pazderski: „Der FN passt überhaupt nicht zu uns“

          Pazderski und Gauland äußerten gegenüber der F.A.Z. am Dienstag ihren Unmut. „Ich finde, der FN passt überhaupt nicht zu uns“, sagte Pazderski. „Der FN ist eigentlich eine sozialistische Partei. Ich persönlich habe Vorbehalte.“ Gauland sagte, er wolle sich zu den innenpolitischen Zielen des FN nicht äußern. „In allen europapolitischen Fragen gibt es Gemeinsamkeiten mit dem FN. Ich fälle kein Urteil über die Innenpolitik des FN, aber mir wird gesagt, da gebe es stark sozialistische Züge. Ich kann das nicht beurteilen“, sagte Gauland.

          Es sei „ein etwas seltsames Vorgehen“ von Petry gewesen, nicht die Rückmeldung der Bundesvorstandsmitglieder abzuwarten. Petry habe nicht gegen Regularien verstoßen, hätte aber „aus Höflichkeit“ gegenüber dem Vorstand „einen Tag vergehen lassen“ können, bevor sie die Veranstaltung ankündige. Pazderski und Gauland wollen den Vorgang im Bundesvorstand zum Thema machen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nicht alle Jugendliche halten Ausschau nach einer ernsten Beziehung, auch eine Freundschaft plus ist für viele eine Alternative.

          Sex ohne Beziehung : Warum „Freundschaft plus“ oft schiefgeht

          Man mag sich, man hat Sex, man will keine Beziehung. Die Psychotherapeutin Harriet Salbach erklärt, warum „Freundschaft plus“ bei Jugendlichen so beliebt ist – und für viele dann doch nicht das Richtige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.