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Vor Ministerpräsidenten-Wahl : 1500 Thüringer protestieren gegen Rot-Rot-Grün

  • Aktualisiert am

Mit Kerzen und „Stasi raus“-Rufen haben Gegner von Rot-rot-grün in Erfurt demonstriert. Bild: Reuters

Am Vorabend der Ministerpräsidenten-Wahl protestieren die Gegner einer rot-rot-grünen Regierung am Erfurter Landtag. Sie fordern die Politiker auf, gegen Bodo Ramelow zu stimmen und so seine Wahl zum ersten Regierungschef der Linkspartei zu verhindern.

          Mit Kerzen und „Stasi raus!“-Rufen haben Gegner von Rot-Rot-Grün in Erfurt gegen die umstrittene Thüringer Koalition protestiert. Am Vorabend der Ministerpräsidenten-Wahl versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 1500 Menschen am Landtag. Dort will das Dreierbündnis am Freitag Bodo Ramelow zum bundesweit ersten Ministerpräsidenten der Linken wählen. Die Koalition ist bundesweit umstritten, weil damit erstmals ein Politiker der SED-Nachfolgepartei ein Bundesland führen würde.

          Die Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Rettet Thüringen vor Blutrot, Rot und Grün“ oder „Thüringen braucht keinen Linken Ministerpräsidenten, das Volk sagt nein“ in die Höhe. Redner forderten ein Scheitern Ramelows. Auch SPD und Grüne wurden für ihre Beteiligung an der Regierungskoalition kritisiert. Ein Polizeisprecher sprach von einem „breiten bürgerlichen Spektrum“, die Kundgebung verlief weitgehend friedlich.

          Die Demonstranten hoffen auf Abweichler bei der Wahl des Regierungschefs. Rot-Rot-Grün hat 46 Sitze im Landtag, die bisherige Regierungspartei CDU 34 und die rechtspopulistische AfD 11. Sollte es bei Linken, SPD und Grünen mindestens einen Abgeordneten geben, der nicht für Ramelow stimmt, wäre das Projekt in Gefahr. Ramelow selbst zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, direkt im ersten Wahlgang die nötigen Stimmen zu erhalten. „Es wird politisch nichts schief gehen“, sagte der 58-Jährige.

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