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Karliczek vor Klima-Demo : „Das rechtfertigt nicht das Schulschwänzen“

Schüler bei einer Klima-Demonstration am 8. Februar in Frankfurt Bild: Cornelia Sick

Am Freitag demonstrieren Schüler in Hamburg gemeinsam mit der Aktivistin Greta Thunberg für den Klima- und Umweltschutz. Die Bildungsminsterin freut sich über das Engagement der Schüler – trotzdem pocht sie auf die Schulpflicht.

          Bevor die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg an diesem Freitag in Hamburg erstmals an einer Schüler-Demonstration für den Klimaschutz in Deutschland teilnehmen wird, hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) auf der Einhaltung der Schulpflicht bestanden. Dass Schülerinnen und Schüler sich gesellschaftlich für Klima- und Umweltschutz engagierten, begrüße sie sehr, sagte sie der F.A.Z. Davon lebe die Demokratie. Trotzdem gelte die Schulpflicht. „Auch unterstützenswertes Engagement gehört in die Freizeit und rechtfertigt nicht das Schulschwänzen“, sagte sie. „Schulpflicht und der Einsatz für Umwelt und Klima sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Hamburger Schulbehörde hatte angekündigt, dass die Teilnahme von Schülern an der Demonstration als Schuleschwänzen betrachtet werde. Schulsenator Ties Rabe (SPD) sagte der F.A.Z., auch er begrüße es, dass Schülerinnen und Schüler „aktuelle, relevante gesellschaftliche Themen aufgreifen und ihre Anliegen in die Gesellschaft tragen“. Er sagte aber auch: „Dies sollte aber nach Unterrichtsschluss oder am Wochenende geschehen und wird auch dann die nötige Aufmerksamkeit bekommen.“

          Schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg

          Die Teilnahme an einer Demonstration sei keine besondere Form des Unterrichts. „Wer unentschuldigt fehlt, hat den verpassten Unterrichtsstoff selbständig nachzuholen, verpasste mündliche Leistungen, Tests, oder Klausuren werden mit null Punkten gewertet und es erfolgt ein Eintrag ins Zeugnis. Bei erneutem Fehlen wird das Gespräch mit den Eltern gesucht“, sagte er.

          Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagt ebenso, dass Schulpflicht natürlich gelte, forderte aber auch eine differenzierte Debatte über die Demonstrationen in der Schulzeit. „Mich ärgert, dass vielfach so getan wird, als sei der Konflikt zwischen Schülern, die das Klima schützen wollen, und dem Schulministerium, dem das Klima egal ist“, sagte sie der F.A.Z. „Das ist doch absurd!“ Prien fügte an „Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels werden wir nur durch Bildung und Forschung finden. Politische Entscheidungen setzen Wissen voraus.“

          Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte der F.A.Z.: „Ich bin der Auffassung, dass wir das Interesse und das Bewusstsein unserer Schüler für den Klimaschutz ernst nehmen müssen.“ Sie wolle das Thema deswegen „von der Straße ins Klassenzimmer holen und den Schülern damit zeigen, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen und dass ihr Engagement etwas bewirkt“. Zuvor hatte Eisenmann in einem Brief alle Schulleiter dazu aufgerufen, das Thema im Unterricht unter der Leitperspektive der nachhaltigen Entwicklung zu behandeln. Ein dauerhafter Unterrichtsausfall freitags sei natürlich nicht tolerabel, hieß es.

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