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Vor dem Gipfel : Trittin will Energiewende forcieren

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Jürgen Trittin will verstärkte Anstrengungen beim Klimaschutz Bild: dpa

Vor dem Energiegipfel hat der frühere Bundesumweltminister Trittin mehr politische Vorgaben auf dem Gebiet der Klimapolitik gefordert. In einem Beitrag für die F.A.Z. plädiert Trittin für weniger Markt in diesem Bereich. Er fordert eine „demokratische Regulierung“.

          Einen Tag vor dem Energiegipfel im Bundeskanzleramt hat der frühere Bundesumweltminister Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) mehr politische Vorgaben auf dem Gebiet der Klimapolitik gefordert. In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, der an diesem Montag veröffentlicht wird, verlangt Trittin in Deutschland wie in Europa neue politische Entscheidungen über verbindliche Reduktionsziele von Treibhausgasen, über Verbrauchsobergrenzen und Umstellungsziele.

          Marktmechanismen sind in den Augen des stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ungeeignet, um den notwendigen Wandel auf dem Gebiet der Energieerzeugung und -nutzung zu befördern. Das international kaum regulierte Marktgeschehen produziere mittlerweile ökologische und soziale Schäden, die kaum mehr kalkulierbar seien. Marktwirtschaft, so der heutige stellvertretenden Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, benötige daher „die sichtbare Hand demokratischer Regulierung“.

          Verstärkte Anstrengungen gefordert

          Wachstumschancen und Lasten der Umstellung der Wirtschaftsweise sollten global gerecht verteilet werden, so Trittin. Energiesicherheit gebe es zum Beispiel nur, wenn der Nachfragedruck aus den Industrieländern gemindert werde, die mit 15 Prozent der Weltbevölkerung mehr als 50 Prozent der endlichen Rohstoffe für sich beanspruchten.

          Auch die Halbierung des Ausstoßes an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 verlangt verstärkte Anstrengungen der entwickelten Länder. Als Verursacher der Erwärmung müssten sie ihren den Kohlendioxid-Ausstoß stärker reduzieren als die Opfer und im Interesse eines niedrigen globalen Durchschnitts ihre überhöhten Pro-Kopf-Emissionen stärker senken.

          Dritte industrielle Reform

          Die Wirtschaft muss nach Ansicht Trittins im Zuge einer dritten industriellen beziehungsweise der ersten postindustrielle Revolution „durchgehend energie-, ressourcen- und materialeffizienter“ werden. Für den Agrarsektor verlangt der Grüne mehr nachhaltigen Anbau und die Umstellung auf Energiepflanzen. Nur wenn diese Entwicklungen entschieden vorangetrieben würden, könnte auch das globalwirtschaftliche Wachstum nachhaltig organisiert werden. Der deutschen Wirtschaft bietet die postindustrielle Revolution nach Ansicht des früheren Bundesumweltministers riesige wirtschaftliche Chancen: „Die Energiewende im Norden legt die technologische und ökonomische Grundlage für die Entwicklung im Süden.“

          Inhaltliche Schnittmengen mit anderen Parteien in Deutschland skizziert Trittin nicht. Die Grünen stünden für „ökologischen Gerechtigkeit“ und seien die „die einzige originär nicht-nationalistische Partei“, da ihnen der Unternehmens- und Wirtschaftsnationalismus der Volksparteien ebenso fremd sei wie linksnationalistischer Protektionismus.

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