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Vor Bund-Länder-Schalte : Schulunterricht wird „zu einem hohen Risiko“

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Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) stellte für die Ministerpräsidentenkonferenz eine „ungeschminkte Bestandsaufnahme über die Pandemielage in Deutschland“ und eine mögliche Verschärfung der Schutz-Maßnahmen in Aussicht. „Wir müssen kritisch prüfen, ob unsere bislang ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um das Infektionsgeschehen in Griff zu bekommen, oder ob wir und wo wir gegebenenfalls nachbessern oder sogar noch nachschärfen müssen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag).

Die Veranstaltungs- und Messebranche forderte die Politik auf, langfristige Hilfsstrategien für ihren Wirtschaftszweig zu entwickeln. Zunächst sei die Event-Branche zufrieden mit den konkretisierten Novemberhilfen, sagte Tom Koperek, Mitgründer des Aktionsbündnisses „Alarmstufe Rot“ der Kultur- und Veranstaltungsbranche, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Die Branche trage alle Maßnahmen mit, müsse sich dann aber auch auf kontinuierliche Hilfsmaßnahmen verlassen können, so lange die Krise dauert.

Der Zentralverband der Messe-Veranstalter kritisierte, dass die Bundesregierung auch Wirtschaftsmessen als „Freizeit-nahe Veranstaltungen“ eingestuft und untersagt habe. „Der zweite Lockdown verhindert für viele Unternehmen Geschäftschancen, die sie dringend brauchen“, sagte der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft (AUMA), Jörn Holtmeier, dem RND.

Neue Studien bestätigen „Superspreader-Ereignisse“ in Gastronomie

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) appellierte an Merkel und die Ministerpräsidentenkonferenz, bei ihrem Treffen von einer Verlängerung der Corona-Einschränkungen abzusehen. „Wir erwarten, dass nicht schon am Montag Entscheidungen für Dezember getroffen werden“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der „Rheinischen Post“ (Samstag). Die Entwicklung des Infektionsgeschehens solle abgewartet werden.

Lauterbach wies darauf hin, neue Studien bestätigten die enorme Bedeutung von Restaurants, Cafés, Bars, Hotels und Fitnessräumen für die Ausbreitung des Coronavirus. „Genau dort entstehen Superspreader-Ereignisse“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wenn wir diese Orte wieder öffnen wie vor dem Shutdown, sind wir in kürzester Zeit wieder dort, wo wir waren: im exponentiellen Wachstum.“

Ärzte fordern OP-Stopp

Derweil forderten Deutschlands Klinikärzte die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen zu einem Stopp verschiebbarer Eingriffe in den Krankenhäusern auf. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erklärung kritisieren die Ärzteorganisation Marburger Bund und die intensivmedizinischen Fachgesellschaften, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. „Die Krankenhäuser in stark belasteten Regionen müssen unverzüglich von der Politik aufgefordert werden, plan- und verschiebbare stationäre Eingriffe je nach Belastungssituation zu reduzieren beziehungsweise einzustellen.“

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.461 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 1081 Fälle weniger als am Freitag, wie aus den Angaben des RKI vom Samstagmorgen hervorgeht. Auch im Vergleich zum Samstag vergangener Woche ist der Wert etwas niedriger. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen.

Ziel der Bundesregierung ist es, an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 heranzukommen. Erst dann sei es wieder möglich, dass die
Gesundheitsämter einzelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen
könnten. Diese Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche liegt seit Tagen deutlich über 130.

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