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Von Düsseldorf nach Kabul : Abschiebeflug in Afghanistan eingetroffen

  • Aktualisiert am

Ein Abschiebungs-Flugzeug startet vergangenen September von Düsseldorf nach Afghanistan. Bild: dpa

Wie viele abgelehnte Asylbewerber in der Maschine saßen, ist noch unklar. Auch gegen diese zwölfte Sammelabschiebung nach Afghanistan gab es Proteste.

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          In Afghanistans Hauptstadt Kabul ist an diesem Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Dies bestätigte ein Beamter der Einwanderungsbehörde der Nachrichtenagentur dpa. Die Maschine war am Dienstagabend in Düsseldorf gestartet.

          Es war die bisher zwölfte Sammelabschiebung aus Deutschland nach Afghanistan. Wie viele Asylbewerber in der Maschine saßen, war nicht bekannt.

          Bei den vorangegangenen elf Sammelabschiebungen waren seit Dezember 2016 aus Deutschland 198 Männer nach Afghanistan zurückgebracht worden. Seit 2017 beschränken die Behörden die Abschiebungen auf Straftäter, terroristische Gefährder und Menschen, die „die Mitwirkung an der Identitätsfeststellung hartnäckig verweigern“.

          Proteste wegen Sicherheitslage

          Die Abschiebepraxis ist wegen der Sicherheitslage im Land umstritten. Am Flughafen in Düsseldorf demonstrierten zwischen 20 und 40 Menschen gegen die Abschiebung, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben. Die Organisation Pro Asyl bezeichnete den Abschiebeflug als „unverantwortlich“, da die Betroffenen in ihrer Heimat „ein hohes Maß an Unsicherheit“ erwarte. In der Vorwahlzeit in Afghanistan sei „vermehrt mit Anschlägen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und der Taliban zu rechnen“.

          Erst am Sonntag hatte in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Selbstmordattentäter vor einem Zentrum zur Registrierung von Wählern mindestens 48 Menschen in den Tod gerissen. Weitere 112 Menschen wurden nach Angaben der afghanischen Regierung verletzt. Zu der Tat bekannte sich der IS.

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