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Von der Leyen Verteidigungsministerin : Die mächtigen Frauen der Bundeswehr

Generalarzt Erika Franke, hier mit dem scheidenden Verteidigungsminister Thomas de Maizière, ist die erste Frau an die Spitze der Sanitätsakademie der Bundeswehr. Bild: dpa

Als erste Frau rückt Ursula von der Leyen an die Spitze des Verteidigungsministeriums. Sie ist nicht die einzige mächtige Frau innerhalb der Bundeswehr.

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          Es war die Überraschung bei der Besetzung des neuen Kabinetts: Ursula von der Leyen wird neue Verteidigungsministerin. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze des Wehrressorts, die einzige mächtige Frau in der Bundeswehr ist von der Leyen jedoch nicht. Schon seit 1975 sind Frauen in der Bundeswehr zu finden; zunächst nur im Sanitäts- und Militärmusikdienst. Im Jahr 2001 dann wurden alle militärischen Laufbahnen in den Streitkräften für Frauen geöffnet. Nur auf U-Booten sind die Männer weiter unter sich – weil es keine separaten Bereiche für Frauen gibt, wie die Marine sagt. 18.000 Soldatinnen leisten heute ihren Dienst bei Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst und in der Streitkräftebasis. Das spiegelt sich auch in der Besetzung von Führungspositionen wider.

          Für bis zu 150 Soldaten verantwortlich

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nach der vollständigen Öffnung der Laufbahnen haben die ältesten Soldatinnen der 2001er-Generation inzwischen die Ebene der Kompaniechefs und gleichgestellter Verwendungen erreicht. Es sind junge Frauen um die 30, die bereits studiert haben und über erste Erfahrungen als Offiziere verfügen. Zu ihnen zählt Diana-Lydia Wade, die 2009 eine der ersten deutschen Kompaniechefinnen wurde und in der Bundeswehr-Hierarchie inzwischen den Dienstgrad eines Hauptmanns bekleidet. Sie ist heute für 120 Soldatinnen und Soldaten verantwortlich. Wade hatte als eine der ersten Frauen die Offiziersausbildung in der Logistiktruppe der Bundeswehr absolviert und leitete zwischen 2008 und 2009 eine Transporteinheit im regionalen Nato-Hauptquartier in Heidelberg. Auch Oberleutnant Susanne Rehwagen, die 2009 als Zugführer im Kosovo im Auslandseinsatz stand, ist jedes Quartal für die Grundausbildung von mehr als 140 junge Männern und Frauen verantwortlich. Rehwagen gehört im übrigen zu den ersten Frauen im Heer, die die Führung über eine Kampfeinheit übernommen haben.

          Im Sommer haben auch auf den ersten Seegehenden Einheiten Frauen das Ruder übernommen. So übernahm Kapitänleutnant Inka von Puttkamer im Juni 2013 das Kommando über das Minenjagdboot „Homburg“, eins von insgesamt 13 Booten des in Kiel beheimateten 3. Minensuchgeschwaders. Kapitänleutnant Helena Linder-Jeß übernahm zeitgleich die Führung auf dem Schwesterboot „Datteln“.

          Zwei Frauen im Generalsrang

          Auf höheren Ebenen der Streitkräfte und des Ministeriums wirkten indes bislang ausschließlich Frauen des Sanitätsdienstes – oder Zivilistinnen. Mit Generalarzt Erika Franke rückte im Juli 2013 die erste Frau an die Spitze der Sanitätsakademie der Bundeswehr. Der erste weibliche General in der Geschichte der Bundeswehr wurde 2004 die inzwischen pensionierte Militärärztin Verena von Weymarn. Im Bereich der zivilen ministeriellen Führungsebene wurde Ingrid Roitzsch (CDU) 1992 als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung in die Regierung Kohl gerufen. Ihr folgten später Michaela Geiger (CSU) sowie Brigitte Schulte (SPD). Mit Alice Greyer-Wieninger als Ministerialdirektorin und Abteilungsleiterin Wehrverwaltung, Infrastruktur und Umweltschutz ist aktuell eine weitere Frau direkt unter der Ebene der Staatssekretäre angesiedelt.

          Ursula von der Leyen und Thomas de Maiziere

          Auch bei Treffen im Nato-Bündnis wir die deutsche Verteidigungsministerin auf Frauen treffen: Die Niederlande verfügen seit 2012 mit Jeanine Hennis-Plasschaert über eine weibliche Verteidigungsministerin, Michèle Alliot-Marie gewann zwischen 2002 und 2007 als erste Verteidigungsministerin Frankreichs breiten Respekt in den Streitkräften. Carme Chacòn, die sogar im siebten Monat schwanger nach Afghanistan flog, tat es ihr in Spanien gleich. Auch in Tschechien (Karolina Peake), Madagaskar (Cécile Manorohanta) und Argentinien (Nilda Garré) übten bereits weibliche Verteidigungsminister bereits ihr Amt aus.

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