https://www.faz.net/-gpf-8um2g

Besuch in Litauen : Panne bei A400M-Premierenflug mit von der Leyen

  • Aktualisiert am

Keine Angst, der will nur spielen: die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite und Verteidigungsministerin von der Leyen bei einem Besuch des Nato-Stützpunktes in Rukla Bild: AP

Die Verteidigungsministerin hat Litauen beim Besuch einer Nato-Truppe den Beistand Deutschlands zugesichert. Der litauische Armeechef sprach von einem „historischen Tag“. Der endete allerdings mit einer Panne.

          2 Min.

          Gleich bei der ersten Dienstreise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem modernen A400M-Transportflugzeug hat die Maschine ihren Dienst versagt. Ein Triebwerk sei ausgefallen, sagte die CDU-Politikern am Dienstag in Litauen. Von der Leyen hatte dort ein von der Bundeswehr geführtes Nato-Bataillon besucht.

          Die defekte Maschine musste zunächst auf dem Flughafen in Kaunas stehenbleiben. Die Ministerin und ihre Delegation wollten nach dem Ausfall mit einer älteren Transall-Maschine zurück nach Berlin fliegen. Eigentlich sollen die A400M die Transall-Flugzeuge ersetzen. Der Airbus A400M gilt nämlich als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt. Gleichzeitig ist er aber auch der größte Problemfall der Bundeswehr. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang.

          Bei ihrem Besuche sicherte von der Leyen Litauen den militärischen Beistand Deutschlands und die Solidarität der Nato zu. „Sie sind geschützt vom größten Militärbündnis aller Zeiten“, sagte sie bei einer Begrüßung der kürzlich in Litauen stationierten Nato-Truppe auf dem Militärstützpunkt Rukla. Der Baltenstaat werde nie wieder allein stehen müssen, seine Freiheit und Unabhängigkeit nie wieder geopfert werden, sagte von der Leyen unter Bezug auf die sowjetische und nationalsozialistische Besatzung der Ostseerepublik. „Wir sind entschlossen, Litauen zu schützen.“

          Von der Leyen: „Wir sind stolz, diesen Gefechtsverband zu führen“

          Die Bundeswehr führt in Litauen ein Nato-Bataillon zur Abschreckung Russlands. Insgesamt sollen 1000 Soldaten dort stationiert werden, 450 davon von der Bundeswehr. Dazu war in der Vorwoche das erste deutsche Truppenkontingent verlegt worden. „Wir sind stolz, diesen Gefechtsverband zu führen“, sagte die CDU-Politikern. „Es ist ein Symbol großen Vertrauens in die deutsche Bundeswehr.“

          Ein Sorgenkind der Bundeswehr: das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, der Airbus A400M
          Ein Sorgenkind der Bundeswehr: das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, der Airbus A400M : Bild: dpa

          „Wir sind Deutschland dankbar für die Führung des multinationalen Bataillons in Litauen“, sagte die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite. Die Stationierung des Gefechtsverbands erfolge zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“. Das Bataillon stärke erheblich das Nato-Abschreckungspotenzial in der Region. Armeechef Jonas Vytautas Zukas sprach von einem „historischen Tag für Litauen“.

          Linken-Chefin Kipping: Manöver der Nato „verschärfen das Klima“

          Litauen und andere östliche Nato-Mitglieder sind wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine besorgt um ihre Sicherheit. Die Nato hatte deshalb bei ihrem Gipfel im Juli 2016 die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten in die drei baltischen Staaten und Polen beschlossen.

          Kritik am Besuch von der Leyens in Litauen kam von den Linken. Parteichefin Katja Kipping warf ihr Unterstützung für die Manöver der Nato in den östlichen EU-Staaten vor. „Die verschärfen das Klima“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Entspannungspolitik bringe dem Baltikum mehr Sicherheit.

          Nächstes Reiseziel Wahsington: von der Leyen trifft James Mattis

          Die Zukunft der Nato wird auch bei einem Treffen zwischen von der Leyen und dem neuen amerikanischen Verteidigungsminister James Mattis Thema sein, wie das Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Von der Leyen wird demnach am Donnerstagabend zu einem Treffen nach Washington reisen. Mit Mattis will sie auch den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) besprechen.

          Der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis
          Der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis : Bild: AP

          Von der Leyen will bei ihrem Besuch auch amerikanische Senatoren treffen. Eine Begegnung mit dem Präsidenten Donald Trump steht bisher nicht auf dem Programm. Vergangene Woche war SPD-Außenminister Sigmar Gabriel als erstes deutsches Kabinettsmitglied zu Gesprächen mit der amerikanischen Regierung nach Washington gereist.

          Weitere Themen

          „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf" Video-Seite öffnen

          Fischerei-Streit : „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf"

          Das sagte die zuständige französische Ministerin im Streit um die Vergabe von Fischereilizenzen zwischen der EU und Großbritannien. Am Donnerstag hatte Paris einen britischen Kutter beschlagnahmt.

          Topmeldungen

          Facebook Gründer Mark Zuckerberg stellt den neuen Namen des Konzerns bei dem digitalen Event vor.

          Zuckerberg gibt bekannt : Aus Facebook wird „Meta“

          Inmitten der Whistleblower-Affäre benennt Mark Zuckerberg sein Unternehmen um. Der bisherige Name sei zwar eine „Ikone“, aber nicht mehr zeitgemäß. Und der neue Name? Steht für eine ambitionierte Vision.
          Militärparade zum siebzigsten Geburtstag der Volksrepublik China im Oktober 2019 in Peking

          Pentagon bestätigt Waffentest : „Sehr nah an einem Sputnik-Moment“

          Das amerikanische Verteidigungsministerium hat erstmals den Test eines neuen chinesischen Hyperschallwaffensystems bestätigt. Eine solche Waffe könnte das amerikanische Abwehrsystem umgehen. Peking spricht von einem Routine-Test.

          0:5-Debakel im DFB-Pokal : Ist bei den Bayern etwa mehr kaputt?

          Die Schmach von Gladbach ist für die Mia-san-mia-Münchner nur ein Ausrutscher. Oder doch nicht? Die Bayern rätseln über die Ursachen und befürchten nachhaltigen Schaden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.