Virologe Streeck : „Wir müssen im Herbst mit mehr Infektionen rechnen“
Das war am 21. Januar gegen Abend. Ich war in Brüssel, und mich erreichte die Nachricht, dass es den ersten Fall in Amerika gab – für mich die Erkenntnis, dass das Virus auch nach Deutschland kommen wird.
Enorm viel. Es ist quasi eine Premiere, eine Pandemie so genau verfolgen zu können. Über bisherige Grippewellen hatten wir immer nur grobe statistische Daten. Jetzt ist es bildlich so gesprochen, als ob man dem Virus eine Kamera um den Hals gehängt hätte. Und eines sehen wir heute mehr denn je: dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss. Es sollte ein Emergency Response Team der WHO geben. Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann. So etwas würde ich mir auch für Deutschland wünschen: eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten. Einen Verband, der national agiert, nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder. Es wäre sinnvoll, dies beim Robert-Koch-Institut anzudocken, eigenes Eingreifpersonal zu haben und auf das THW zurückgreifen zu können.
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