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Wegen steigender Corona-Zahlen : Kretschmann will Impfpflicht „nicht für alle Zeiten ausschließen“

  • Aktualisiert am

Schließt Impfpflicht nicht aus: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am 21. Juli im Landtag Bild: dpa

Politiker raten angesichts steigender Corona-Zahlen eindringlich zur Impfung – und drohen mit Einschränkungen im Alltag. Selbst eine Impfpflicht wird diskutiert, doch Armin Laschet spricht sich klar dagegen aus.

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          Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen drohen nach Ansicht von Politikern bald wieder empfindliche Einschränkungen – vor allem für Ungeimpfte. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnte, es könne sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

          Derzeit ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa jeder Zweite in Deutschland vollständig geimpft. Das Virus könne trotzdem noch einmal genauso gefährlich zurückkommen wie im vergangenen Herbst, warnte Kretschmann. „Treten Varianten auf, gegen die der Impfstoff nicht mehr so wirksam ist – sind wir sofort in einer anderen Situation.“ Impfen sei daher für ihn Bürgerpflicht. „Das sollte jeder verantwortlich denkende Mensch einfach tun.“

          Auch eine Impfpflicht hält Kretschmann inzwischen für denkbar – allerdings nicht in nächster Zukunft. „Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte er. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“

          Braun: Zahlen steigen schneller als in den vorherigen Wellen

          Auch Kanzleramtsminister Helge Braun rief die Bürger eindringlich zum Impfen auf. „Die Zahl der Neuinfektionen steigt noch schneller als in den vorherigen Wellen. Das macht mir große Sorge“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung Bild am Sonntag.

          Für eine Impfung gebe es zwei Argumente, sagte Braun: Sie schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte.“ Sollten die Neuinfektionen weiter so zunehmen, müssten Ungeimpfte ihre Kontakte wieder reduzieren. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“, warnte er.

          Laschet gegen Impfpflicht und indirekten Druck

          Mit seinem Vorstoß stieß Braun auf prompten Widerspruch. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sprach sich im Sommerinterview mit dem ZDF klar dagegen aus, Corona-Geimpften Sonderrechte gegenüber Getesteten zu geben. Er lehne sowohl eine Impfpflicht als auch indirekten Druck auf Ungeimpfte ab, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Bisher gelte die Regel, dass Geimpfte, Genese und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien. „Dieses Prinzip ist gut“, sagte Laschet. „In einem freiheitlichen Staat gibt es Freiheitsrechte nicht nur für bestimmte Gruppen.“

          Seit zweieinhalb Wochen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder kontinuierlich an. Nach RKI-Angaben vom Sonntagmorgen lag sie zuletzt bei 13,8. Demnach meldeten die Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages 1387 Corona-Neuinfektionen – vor einer Woche hatte der Wert bei 1292 Ansteckungen gelegen.

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