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Vertreibung : Historische Wahrheit

Nach 16 Jahren an der Spitze des Bundes der Vertriebenen gibt Erika Steinbach dieses Amt ab. Die in Westpreußen geborene CDU-Politikerin hat stets daran erinnert, was das Heimatland der deutschen Vertriebenen ist.

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          Wohin man auch schaut in der Welt: Menschen werden entrechtet und vertrieben. Die Deutschen dürfen da mitreden: Sie haben vertrieben, und sie wurden vertrieben - millionenfach. Doch sind die organisierten Vertriebenen längst keine Macht mehr; man gönnt ihnen allenfalls noch ein bisschen Folklore. Die einst großen Themen Grenzfragen, Entschädigungen und Rückkehr sind „durch“. Vom großen Versprechen, das alles spiele in einem geeinten Europa doch ohnehin keine Rolle mehr, ist nicht viel geblieben. Das gilt auch für die historische Wahrheit. Eine Nachrichtenagentur meldet, der niedersächsische Ministerpräsident sei in das Heimatland seiner Eltern gereist: nach Polen. Doch die Heimat seiner Eltern ist Oberschlesien. Kants Heimat war ja schließlich auch nicht Russland. Es ist befremdlich, wenn das in Polen und Russland mitunter besser verstanden wird als hierzulande. Heute wird in der CDU die Integration der Vertriebenen als Vorbild für die der Migranten aus fernen Ländern gelobt. Schön, wenn das gelingt. Der Unterschied ist: Die Heimatvertriebenen kommen aus Deutschland.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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