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Vertragsarbeiter bei Tönnies : „Die Menschen waren zweitrangig“

Arbeitsalltag in der Fleischbranche: Frisch geschlachtete Schweine in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück Bild: dpa

Es sei Tradition unter den Subunternehmern in der Fleischindustrie, Menschen krank zur Arbeit zu nötigen, sagt der Caritas-Vorstand im Kreis Gütersloh. Wer dagegen protestiere, werde schnell aus seiner Unterkunft geworfen. Ein Interview.

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          Herr Brüggenjürgen, was bedeutet der Lockdown im Kreis Gütersloh nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies jetzt für die vielen Werkvertragsarbeiter, die hier leben und arbeiten? 

          Das ist schon für „normale“ Familien hier eine schwierige psychische Situation, die Menschen an ihr Limit bringt. Das wird als enormer Rückschritt und Tiefschlag erlebt. Was das in den beengten Verhältnissen bedeutet, in denen zum Beispiel rumänische und bulgarische Vertragsarbeiter hier leben, möchte ich mir gar nicht ausmalen. Da sitzen jetzt viele unter Bedingungen wie Krankheit, Suchtmittelmissbrauch und Gewalt den ganzen Tag aufeinander und sind einkaserniert. Die Bedingungen haben nichts mit den Menschen zu tun, sie sind Folge der Lebens- und Arbeitssituation, der extremen Armut. 

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