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Verteilte Rollen : Die CSU braucht die CDU

  • -Aktualisiert am

Der Dauerstreit zwischen beiden Unionsparteien hat inzwischen echte Verletzungen auf beiden Seiten hinterlassen. Dabei wissen beide Seiten, dass der andere gar nicht so starrsinnig ist, wie es nach außen den Anschein hat.

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          Jetzt geht das schon wieder los: Der CSU-Vorsitzende rennt gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an, weil die in Berlin sitzt und keinen Buchstaben von ihrem „Wir schaffen das“-Satz streichen will. Horst Seehofer weiß, dass die Flüchtlingszahlen stark gesunken sind und Merkel inhaltlich in der Asylpolitik weit auf ihn zugegangen ist.

          Und Merkel weiß, dass spätestens seit den islamistischen Anschlägen in Bayern klar ist, welche Gefahren von den großen Flüchtlingsströmen ausgehen, jenseits von Schwierigkeiten bei der Integration. Weil also beide wissen, dass der andere nicht so starrsinnig ist, wie es nach außen den Anschein hat, haben ihre Fernduelle auch den Charakter eines Spiels mit verteilten Rollen, das möglichst viele Stimmen für die Union einsammeln soll.

          Die CSU braucht die CDU, weil sie ansonsten bundespolitisch bedeutungslos ist. Umgekehrt gilt das Nämliche, denn die CSU liefert bei jeder Bundestagswahl etwa ein Fünftel aller Unionsstimmen. Klar ist aber auch, dass der Dauerstreit inzwischen echte Verletzungen auf beiden Seiten hinterlassen hat.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

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