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Tornado-Nachfolge : Verteidigungsministerium will Eurofighter und F-18 beschaffen

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Die Gegenwart der amerikanischen Marine könnte die Zukunft der deutschen Luftwaffe werden: Eine F-18 beim Start vom Flugzeugträger „Ronald Reagan“. Bild: dpa

Split-Lösung für die Tornado-Nachfolge geplant: Das Verteidigungsministerium will den Eurofighter und das amerikanische Modell F-18 beschaffen, wie dem Parlament mitgeteilt wurde. Die Grünen halten davon nichts.

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          Die Tornado-Flotte der Luftwaffe soll nach einem Vorschlag des Verteidigungsministeriums mit dem Eurofighter sowie F-18-Kampflugzeugen des amerikanischen Herstellers Boeing ersetzt werden. Das Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) informierte am Dienstag die zuständigen Obleute im Bundestag über das milliardenschwere Vorhaben. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

          Beim Koalitionspartner SPD gab es bislang Vorbehalte gegen eine Entscheidung. Die Haltung von Kramp-Karrenbauer, die auf eine Entscheidung im ersten Quartal gedrängt und Gespräche geführt hatte, wurde in dem als Verschlusssache eingestuften Schreiben nun nicht ausdrücklich deutlich gemacht.

          Das Ministerium will demnach die Tornados mit bis zu 93 weiteren Eurofightern sowie 45 F-18-Kampflugzeugen ablösen. Das amerikanische Modell soll dabei für den elektronischen Luftkampf sowie die „Nukleare Teilhabe“ Deutschlands an amerikanischen Waffen beschafft werden. Das nukleare Abschreckungskonzept der Nato sieht vor, dass Verbündete im Kriegsfall Zugriff auf taktische Atomwaffen der Vereinigten Staaten haben.

          Die Grünen sind dagegen. „Die heutige Ankündigung über die geplante Beschaffung der Tornado-Nachfolge ist eine persönliche Präferenz der Verteidigungsministerin, mehr auch nicht“, sagte der sicherheitspolitische Sprecher der Partei, Tobias Linder. „Für die Bundeswehr ändertsich dadurch erstmal gar nichts“. Eine parlamentarische Befassung des geplanten Kaufs der F18 werde in dieser Wahlperiode laut Ministeriumsangaben ohnehin nicht mehr stattfinden . „Angesichts der Unklarheit, wer nach 2021 VerteidigungsministerIn ist und welche Mehrheiten im Bundestag Verantwortung tragen, ist die Realisierung dieser Entscheidung mehr als fraglich.“

          Die Bundeswehr verfügt aktuell über insgesamt 226 Kampfflugzeuge, darunter 141 Eurofighter vom europäischen Hersteller Airbus und 85 in der Nutzung stehende Tornado-Jets. Der vor bald 40 Jahren eingeführte Tornado ist für die Aufgaben Luftangriff, taktische Luftaufklärung und elektronische Kampfführung zum Einsatz vorgesehen – und die nukleare Abschreckung.

          Im Flugbetrieb der Bundeswehr sind 83 Tornados, zehn weitere Flugzeuge werden für die Ausbildung am Boden sowie für wehrtechnische Tests genutzt. Deutschland gehört aber zu den letzten Nutzern dieses Flugzeugtyps. Der Betrieb droht deswegen bald zusätzliche Milliarden zu kosten, auch weil Ersatzteile zur Manufakturarbeit werden.

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