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Verteidigungsministerin : Plagiatsjäger beanstanden von der Leyens Doktorarbeit

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Im Fadenkreuz der selbsternannten Plagiatsjäger: Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung Bild: Daniel Pilar

„Zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen“: Nutzer der Internetplattform „VroniPlag Wiki“ kritisieren die Dissertation der Verteidigungsministerin. Ursula von der Leyen hat ihre Universität gebeten, die Arbeit zu überprüfen.

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          Plagiatsjäger werfen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Regelverstöße in ihrer medizinischen Doktorarbeit vor. Die 1990 erschienene Arbeit enthalte „zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind“, heißt es auf der Internetseite „VroniPlag Wiki“, wo Nutzer ihre Erkenntnisse zusammentragen.

          Von der Leyen wurde 1991 von der Medizinischen Hochschule Hannover promoviert. Der Titel ihrer Doktorarbeit lautet: „C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung“. Laut „VroniPlag Wiki“ wurden auf 27 von 62 Seiten „Plagiatfundstellen dokumentiert“, was einem Anteil von 43,5 Prozent aller Seiten entspreche.

          Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte mit, von der Leyen wisse seit August davon. „Die Ministerin weist den Vorwurf nicht nur zurück - sie hat noch am selben Tag die Medizinische Hochschule Hannover gebeten, ihre Dissertation durch eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle der Einrichtung überprüfen zu lassen.“

          Die Hochschule Hannover will sich der Sache nach eigenem Bekunden schnell annehmen. „Mit dem vertraulichen Bericht über die Ergebnisse der Vorprüfung an die Hochschulleitung ist in den nächsten Tagen zu rechnen“, kündigte ein Hochschulsprecher am Samstagabend an. Eine Ombudsperson der Hochschule prüfe gemäß der gültigen Verfahrensregeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (GWP) die Doktorarbeit sowie die erhobenen Vorwürfe. Danach sei mit der Einleitung einer förmlichen Untersuchung durch die GWP-Kommission zu rechnen.

          Die Plagiatsplattform ordnet die Promotion von der Leyens im Abgleich mit anderen dokumentierten Fällen als „mittelschweres“ Plagiat ein. Die übernommenen Textpassagen seien meist kurz. Auch werde ihre Quelle an anderer Stelle in der Arbeit genannt, jedoch nicht im betreffenden Kontext. Nach Aussage der Plagiatsjäger gebe es in der Arbeit jedoch auch eine Reihe von Fehlverweisen, zu denen sich keine Quelle finden lasse.

          Da es sich um eine medizinische Dissertation handelt, sind Vergleiche mit den Promotionen der früheren Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (Rechtswissenschaften) und Annette Schavan (Pädagogik) nur bedingt aussagekräftig. Zu Guttenberg und Schavan traten 2011 und 2013 von ihren Ämtern zurück, nach denen ihnen wegen Plagiats der Doktortitel entzogen worden war. Die Plagiatsjäger sprechen von einer auffallend hohen Zahl unbelegter Textübernahmen gerade in medizinischen Promotionen.

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