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Christine Lambrecht : „Werde Aufgabe erfüllen, Bundeswehr ordentlich auszustatten“

  • Aktualisiert am

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am 19. Mai 2022 auf der Regierungsbank im Reichstag Bild: Jens Gyarmaty

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht steht schon länger in der Kritik. Friedrich Merz forderte jüngst ihre Entlassung. Nun tritt sie den Vorwürfen entgegen.

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          Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist Spekulationen über einen Wechsel auf einen anderen Kabinettsposten während dieser Wahlperiode entgegengetreten. „Ich habe die Aufgabe der Verteidigungsministerin übernommen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich übernommene Aufgaben auch erfülle“, sagte die SPD-Politikerin dem Nachrichtenportal „t-online“ auf die Frage, ob sie einen solchen Wechsel ausschließe. Unter Verweis auf eine Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hob sie hervor: „Mein Ziel am Ende der Wahlperiode ist, dass man rückblickend sagen kann: Sie hat dafür gesorgt, dass die Bundeswehr endlich richtig ausgestattet ist.“

          Lambrecht steht schon länger in der Kritik, zuletzt wegen des Mitflugs ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber. CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz forderte Scholz am Donnerstag im Bundestag zur Entlassung Lambrechts auf. In dem Interview wurde sie auf Spekulationen angesprochen, Bundesinnenministerin Nancy Faeser könnte bei der Landtagswahl in Hessen im kommenden Jahr als SPD-Spitzenkandidatin antreten – und Lambrecht auf ihren Kabinettsposten rücken.

          „Ich setze darauf, dass Nancy Faeser nicht nur Spitzenkandidatin wird, sondern auch die erste Ministerpräsidentin in Hessen“, sagte die Verteidigungsministerin dazu. Über sich selbst führte sie aus: „Ich habe die Herausforderung angenommen, die Bundeswehr endlich ordentlich auszustatten ... Diese Aufgabe werde ich auch erfüllen.“

          „Das werde ich künftig anders handhaben“

          Lambrecht hatte in einem Regierungshubschrauber zu einem Truppenbesuch in Norddeutschland Mitte April ihren 21-jährigen Sohn mitgenommen, ohne dass dieser an dem Militärbesuch selbst teilnahm. Am nächsten Tag und nach einer Hotelübernachtung ging es mit Auto und Personenschützern auf die nahe Insel Sylt. Sie äußerte in dem Interview nun abermals Verständnis für Kritik daran. „Das werde ich künftig anders handhaben und meine Termine anders organisieren. Aber mir bleibt wichtig, dass rechtlich alles korrekt war und alle Regeln eingehalten wurden.“

          Vor knapp einer Woche hatte sie angesichts der Kritik über die Mitnahme ihres Sohnes der F.A.Z. gesagt: „Nicht nur als Juristin achte ich natürlich akribisch darauf, dass alles korrekt und regelkonform läuft und stets die Kosten von mir übernommen werden, wenn mein Sohn mich begleitet. Mir ist die wenige Zeit, die ich mit ihm habe, besonders wichtig. Ich kann aber verstehen, dass das für Kritik sorgt, und ich werde dafür sorgen, dass es keinen Anlass mehr für solche Vorwürfe gibt.“

          Die Bilanz ihrer ersten Monate als Verteidigungsministerin verteidigte sie dagegen: Sie habe „in sehr kurzer Zeit sehr viel umgesetzt“. Lambrecht verwies unter anderem auf die Entscheidung zur Bewaffnung von Bundeswehr-Drohnen und darauf, dass im Beschaffungswesen künftig 20 Prozent aller Aufträge aus der Bundeswehr nicht mehr über ein bürokratisches Vergabeverfahren liefen.

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