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Versuchter Polizistenmord : Islamist in Untersuchungshaft

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Vorbereitet auf die Provokation: Ein islamischer Gegenprotestant in Bonn am Samstag Bild: dpa

Nach schweren Krawallen in Bonn zwischen Rechtsextremisten und Salafisten sitzt ein 25 Jahre alter Hesse in Untersuchungshaft. Der Salafist soll zwei Polizisten mit einem Messer schwer verletzt haben.

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          Nach schweren Krawallen von rechten und islamistischen Extremisten in Bonn ist gegen einen 25 Jahre alten Hesse Haftbefehl erlassen worden. Der radikale Salafist soll mehrere Polizisten mit einem Messer angegriffen und dabei eine 30 Jahre alte Kommissarin und einen 35 Jahre alten Kommissar schwer verletzt haben. Der 25 Jahre alte Mann war am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt worden. Der Mann aus Hessen sei bereits wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung polizeibekannt, sagte ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft am Montag. Er habe den Angriff auf die Beamten am Rande einer Demonstration am Samstag gestanden, bestreite aber eine Tötungsabsicht.

          Als Motiv nannte der Islamist die Provokation durch Mohammed-Karikaturen, die Anhänger der rechtsextremistischen Partei Pro NRW gezeigt hatten. Weniger als 30 Leute von Pro NRW standen nach Polizeiangaben am Samstag 500 bis 600 Gegendemonstranten gegenüber.

          Bereits im Vorfeld der Demonstration waren ein Schlagstock sowie Steine und eine Steinschleuder sichergestellt worden. Die schwer verletzten Beamten mussten im Krankenhaus operiert werden, Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, hieß es.

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          „Pro NRW“ darf auch bei einer Kundgebung in Bielefeld am Montag islamkritische Karikaturen zeigen. Das Polizeipräsidium in Bielefeld hatte dies der Splitterpartei zunächst untersagt. Dagegen war „Pro NRW2 vor das Verwaltungsgericht in Minden gezogen. Die Begründung des Verbots, dass eine erhebliche öffentliche Gefahr von der Aktion ausgehe, sei als nicht ausreichend angesehen worden, sagte ein Gerichtssprecher.

          In Bielefeld gingen am Mittag etwa 15 Rechtsextremisten in der Nähe einer Moschee auf die Straße. Dagegen protestierten laut Polizei 400 Demonstranten vor allem aus dem linken Spektrum. Am Samstag waren in Bonn 29 Polizisten bei Protesten radikaler Salafisten gegen die Karikaturen verletzt worden

          Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger hatte angekündigt, islamfeindliche Karikaturen bei weiteren Veranstaltungen untersagen zu lassen. „Die Ereignisse in Bonn machen klar, dass das bewusste provozierende Zeigen der Karikaturen der Auslöser für die gewaltsamen Angriffe der Salafisten war“, so Jäger. Das Verbot sollte auch für die angekündigten Veranstaltungen von Pro NRW am Montag in Münster und Hagen sowie am Dienstag in Düren und Köln gelten.

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