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Verschwörungstheorien : Corona und ich

Demonstration von „Querdenken 711“ Ende August in Berlin Bild: EPA

Niemand wird als Verschwörungstheoretiker geboren. Was muss passieren, damit jemand glaubt, das Virus werde nur aufgebauscht und die Pandemie sei eine Erfindung? Zwei Beispiele zeigen: Gar nicht so viel.

          4 Min.

          Elisabeth Kind ist kein politischer Mensch. Als im März die Restaurants schließen, Theater die Vorführungen absagen müssen, als die Zahl der Intensivbetten ausgebaut wird und schließlich auch die Schulen schließen, denkt sie: Die werden schon wissen, was sie tun. Im Januar, während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten, hatte sie zum ersten Mal vom Coronavirus gehört. Als das öffentliche Leben in Deutschland zwei Monate später heruntergefahren wird, ist sie verunsichert. Kind, die ihren echten Namen nicht veröffentlicht wissen will, geht viel an die frische Luft. Sie sitzt in ihrem Garten und geht jeden Tag mit den beiden Hunden im Wald in der Nähe ihres Hauses in Berlin spazieren.

          Sofia Dreisbach

          Redakteurin in der Politik.

          Der Tag, an dem sich die Dinge für Kind ändern, ist der 29. August. 242.719 Corona-Fälle gibt es bis dato in Deutschland, seit Ende Juli steigen die Neuinfektionszahlen wieder. In der Nacht haben Richter des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg entschieden, dass die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin doch stattfinden dürfen. Kind hat Besuch. Ein befreundeter Anwalt aus Hamburg ist gekommen, er will auf die zweite Kundgebung der Initiative „Querdenken 711“. Die erste hat er im Internet verfolgt und ist empört über die offiziellen Teilnehmerzahlen, die von der Polizei und den Medien angegeben wurden und die er für zu niedrig hält. Diesmal will er das mit eigenen Augen sehen.

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