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Geplantes Fahrradgesetz : Wie NRW zum Fahrradland werden soll

In Münster gehört das Radfahren für die meisten Bewohner schon zum Alltag dazu. Bild: dpa

Der CDU-Politiker Hendrik Wüst setzt so stark aufs Rad wie noch kein nordrhein-westfälischer Verkehrsminister vor ihm. Sein Ziel: Das Stauaufkommen im Bundesland nachhaltig senken.

          6 Min.

          Hendrik Wüst kann man nicht so einfach aus der Ruhe bringen. Nur wenn er Ideologen am Werk wähnt, gerät der nordrhein-westfälische Verkehrsminister ein kleines bisschen in Rage. Aber auch dann wählt er seine Worte mit Bedacht: „Niemandem darf vorgeschrieben werden, wie, wann und womit er seinen Weg zurücklegt.“ Als Düsseldorf im Oktober ausgerechnet auf einem zentralen Zubringer eine Umweltspur einrichtete und der Stau dort noch viel länger wurde als bisher schon, mahnte Wüst: „Pendler wie Störenfriede zu behandeln ist nicht in Ordnung.“ Pendler erarbeiteten die wirtschaftliche Stärke der Landeshauptstadt. „Die fahren nicht aus Jux und Dollerei.“

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Besonders scharf war das nicht für einen Politiker von der CDU, die sich doch eigentlich immer noch als unbedingte Schutzmacht der Autofahrer sieht. Der 44 Jahre alte Minister aus Rhede im Münsterland war nie einseitig aufs Auto fixiert. Als Wüst vor zweieinhalb Jahren sein Amt antrat, stellte er erst mal ein privates Fahrrad ins Ministerium. Wenn er in den Landtag oder zur Staatskanzlei will, schwingt er sich auch im Winter so oft wie möglich auf den Sattel. Das sei keine amtsbedingte Marotte. „Als Münsterländer ist man Fahrradfahren gewohnt. Der Münsterländer versteht gar nicht, warum man zu Fuß gehen soll, und er sieht nicht ein, Geld fürs Auto auszugeben, wenn es nicht nötig ist“, sagt der Verkehrsminister. „Wenn ich in Düsseldorf Rad fahre, ist das also Normalität und kein politisches Statement.“

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