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Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin Bild: EPA

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          7 Min.

          Andreas Scheuer hat ein Talent. Er kann wunderbar Anekdoten erzählen. Etwa von nächtlichen Koalitionsverhandlungen. Wenn Scheuer in nicht übertriebenem bayerischen Tonfall beschreibt, wie der neben ihm sitzende Horst Seehofer sich majestätisch vom Verhandlungstisch erhebt, langsam um diesen herumschreitet, alle Augen ihm erwartungsvoll folgen, weil etwas Wichtiges geschehen könnte, Seehofer dann aber nur zu einem Obstteller stolziert und sich eine Mandarine greift, dann schießt dem Zuhörer der Gedanke durch den Kopf: Der Scheuer Andi, wie er gern genannt wird, könnte als Kabarettist Erfolge feiern. Das Publikum würde sich bestens amüsieren.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Am Dienstag um 17 Uhr trat im Bundesverkehrsministerium an der Invalidenstraße in Berlin aber nicht der Scheuer Andi ans Mikrofon, sondern ein unter erheblichem Druck stehender Verkehrsminister. Zwar hatten die Bundestagsfraktionen der Oppositionsparteien FDP, Linke und Grüne zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschlossen und verkündet, dass sie einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Scheuers Umgang mit der Pkw-Maut einsetzen wollten. Aber das war nur eine Frage der Zeit, tatsächlich kamen die ersten Meldungen über den Beschluss schon kurz nach Scheuers Auftritt. Der Minister wollte offenbar nicht als jemand erscheinen, der defensiv reagiert, sondern – wie es Sicherheitsfachleute sagen – vor der Lage sein.

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