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Verhältnis zu Ankara : Gabriel bedauert unterkühlten Umgang mit Türkei nach Putschversuch

  • Aktualisiert am

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Bild: dpa

Selbstkritisch sieht Vizekanzler Gabriel das Verhalten der Bundesregierung nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei. Die Bundesregierung habe angesichts der Opfer zu wenig Anteilnahme gezeigt.

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          Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel hat Versäumnisse der Bundesregierung im Umgang mit dem Militärputsch-Versuch in der Türkei Mitte Juli eingeräumt. „Wahrscheinlich hätten wir schneller hinfahren müssen - am selben Tag oder am Tag danach. Wahrscheinlich hätten wir viel stärker unsere emotionale Beteiligung zeigen müssen“, sagte er am Sonntag beim „Tag der offenen Tür“ der Bundespressekonferenz.

          Nicht nur die unmittelbar von dem blutigen, letztlich gescheiterten Putschversuch bedrohte türkische Staatsführung um Präsident Recep Tayyip Erdogan, sondern auch seine Gegner in der Opposition oder türkischstämmige Menschen in Deutschland „fühlen sich zurückgewiesen von uns“, so Gabriel. „Das kann man als Deutscher manchmal schwer verstehen, wir sind ja so kopfgesteuerte Typen.“

          Der SPD-Chef betonte, auf keinen Fall dürften wegen der harten Reaktion Erdogans mit Tausenden Verhaftungen die Brücken zu dem Land abgebrochen werden. Auch müsse die EU weiterhin mit Ankara über Beitrittsperspektiven sprechen.

          „Natürlich sind die Verhandlungen zu Ende, wenn die Türkei die Todesstrafe wieder einführt“, sagte Gabriel. Er fügte aber auch hinzu: „Selbst wenn die Türkei morgen alle Voraussetzungen für die EU erfüllen würde, wäre die Europäische Union gar nicht dazu in der Lage, sie aufzunehmen. Wir können doch nicht mal mehr einen Stadtstaat aufnehmen.“

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