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Jasper von Altenbockum (kum.)

Clans und Chemnitz : Warnzeichen für Radikalisierung

Der frühere und der aktuelle Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz: Hans-Georg Maaßen (l.) und Thomas Haldenwang am Montag in Berlin Bild: EPA

Es gibt keinen Grund, Kriminalität unter den Teppich zu kehren, nur weil sie von interessierter Seite ausgeschlachtet wird. Wohin das führt, zeigen die Reaktionen auf die Berichterstattung über Clan-Kriminalität – ein Thema, das die AfD genüsslich für sich entdeckt hat.

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          Deutlicher konnte sich Thomas Haldenwang von seinem Vorgänger nicht distanzieren. War für Hans-Georg Maaßen das Stichwort „Chemnitz“ noch ein Anlass, sich über dramatisierende Falschnachrichten über „Hetzjagden“ zu beklagen, dient es Haldenwang als ein Warnzeichen für Radikalisierung, die in „kleinen Terrorgruppen“ enden könne.

          Das Phänomen ist allerdings schon seit Jahren mehr im Alltag als auf Demonstrationen zu beobachten, wenn Angehörige von Minderheiten von rechtsextremistischen Schlägern drangsaliert oder, wie im Falle des NSU, ermordet werden. Die Proteste in Chemnitz standen dagegen eher für das, was Haldenwang auf dem Berliner Symposion des Verfassungsschutzes „Mobilisierung durch Normalisierung“ nannte: die Verbrüderung der AfD mit Rechtsextremisten und Gewaltbereitschaft.

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