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Verfassungsschützer warnen : Saudi-Arabien unterstützt Salafisten in Deutschland

Salafisten wie der Prediger Pierre Vogel und seine Anhänger gelten unter Verfassungsschützern als besonders gefährlich Bild: dpa

Innenminister Friedrich warnt vor der radikalislamischen Bewegung der Salafisten. In Deutschland gibt es schon 2500 Anhänger. Das wird nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes durch Kräfte aus Saudi-Arabien unterstützt.

          Die radikalislamische Bewegung der Salafisten wächst in Deutschland nach Angaben der Sicherheitsbehörden in besorgniserregender Weise. „Salafisten streben eine völlige Umgestaltung des Staates, der Gesellschaft und unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung an. Deswegen muss die Sicherheitspartnerschaft zwischen muslimischen Verbänden und Behörden weiterhin gestärkt werden“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Diesem Ziel habe auch der Präventionsgipfel vorige Woche gegolten, sagte der Innenminister.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          „Der Salafismus in Deutschland nimmt sprunghaft zu“, warnte auch ein hoher Sicherheitsbeamter gegenüber der F.A.S. Es gebe schon 2500 Anhänger in Deutschland, etwa hundert betrieben aktive Missionsarbeit. Es gelinge ihnen, vor allem Jugendliche mit tiefgreifenden Problemen anzusprechen. In städtischen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet sei das Phänomen besonders stark. Im Unterschied zu anderen islamistischen Bewegungen komme der Salafismus in Deutschland immer mehr „in Mode“.

          „Idealer Nährboden für eine weitere Radikalisierung“

          Der Salafismus ist eine fundamentalistische Glaubensform des Islam, die das staatliche, gesellschaftliche und persönliche Leben allein nach den Prinzipien des Koran und den vermeintlichen Vorstellungen der islamischen Frühzeit ausrichten will.

          Anhänger des salafistischen Predigers Pierre Vogel am 20. April in Frankfurt

          Das Schwarz-Weiß-Denken, das nur zwischen „wahren“ Gläubigen und Ungläubigen unterscheide, das Bewusstsein, einer angeblichen Elite anzugehören, und die bedingungslose Abschottung gegenüber anderen seien „der ideale Nährboden für eine weitere Radikalisierung“, die auch zur Gewalt und zu Anschlägen führen könnten, heißt es unter Verfassungsschützern.

          Die Ausbreitung der Bewegung wird nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes wesentlich durch Kräfte in Saudi-Arabien unterstützt. „Die salafistische Bewegung in Deutschland wäre ohne den saudischen Einfluss niemals so groß geworden“, sagte Benno Köpfer, Islamwissenschaftler beim baden-württembergischen Verfassungsschutz, der F.A.S.

          Missions-Büros, Islam-Seminare, Info-Tische und zum Teil auch die Propaganda im Internet seien nur möglich durch die finanzielle und logistische Unterstützung aus dem arabischen Land. „Saudi-Arabien gibt dafür sehr viel Geld aus“, sagte Köpfer.

          So seien radikale Islamisten, etwa aus der Ulmer Szene, in Saudi-Arabien damit beschäftigt, salafistische Literatur aus dem Arabischen ins Deutsche zu übersetzen. Bei Durchsuchungen habe die Polizei „kistenweise“ salafistische Broschüren und „tonnenweise“ Bücher gefunden. Solche Literatur werde kostenlos verteilt.

          Entscheidend für die Ausbreitung der salafistischen „Mode“ sei nicht zuletzt das Internet. Insbesondere würden Ansprachen verschiedener Prediger über die Plattform „Youtube“ verbreitet, sagte Köpfer. So lande man, wenn man sich über den Islam informieren wolle, im deutschsprachigen Internet zwangsläufig auf salafistischen Seiten.

          Zwar sind bei weitem nicht alle Anhänger des Salafismus Befürworter des gewaltsamen Dschihad, des heiligen Krieges. Doch sind, so vermerkt der gerade veröffentliche Verfassungsschutzbericht 2010, „fast ausnahmslos alle Personen“, die den Dschihad befürworten, durch den Salafismus geprägt.

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