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Vereiteltes Schulattentat : Jeremys Amoksehnsucht

Nordrhein-Westfalen, Essen: Polizisten tragen Gegenstände, darunter mehrere Stichwaffen und Speere, aus dem Wohnhaus des Verdächtigen (Aufnahme vom 12. Mai) Bild: dpa

Auf seiner Schule wurde Jeremy R. der „Jahrgangsnazi“ genannt. Dann plante er seinen Amoklauf. Ein Mitschüler wurde gerade noch rechtzeitig aufmerksam.

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          Jeremy R. hatte so gute Noten, dass er mitten im Schuljahr von der Realschule aufs Don-Bosco-Gymnasium in Essen wechseln durfte. Seine Leistungen blieben auf hohem Niveau, aber sozialen Anschluss fand der 16 Jahre alte Jugendliche dort nicht – wie schon auf seiner vorherigen Schule. Seinen neuen Mitschülern galt er als Sonderling. „Jahrgangsnazi“ nannten sie ihn – und dachten, das sei eine Rolle, die Jeremy überzeugend zu spielen wisse, weshalb sie ihn erst recht nicht für voll nahmen.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Hätte nicht ein Mitschüler Jeremy R. im entscheidenden Moment doch ernst genommen, dann wäre am 13. Mai dieses Jahres in Essen wohl ein fürchterlicher Albtraum Wirklichkeit geworden. Am 11. Mai er­zählte Jeremy einem Klassenkameraden, er wolle Bomben in der Schule plazieren, dort ein Massaker anrichten. Der Mitschüler wandte sich umgehend an die Polizei.

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