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Verein „Gedächtnisstätte“ : Sayn-Wittgenstein distanziert sich von Holocaust-Leugnern

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Die Rede von „Holocaust-Leugnern“ in Bezug auf Vertreter des als rechtsextrem eingestuften Verein Gedächtnisstätte sei „sicherlich angemessen“, sagte Doris von Sayn-Wittgenstein der F.A.Z.. Bild: dpa

Die AfD-Vorsitzende in Schleswig-Holstein, Sayn-Wittgenstein, hat bestätigt, 2014 Werbung für den als rechtsextrem eingestuften Verein „Gedächtnisstätte“ gemacht zu haben. Heute gehe sie aber „natürlich“ auf Distanz zu ihm, sagte sie der F.A.Z.

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          Die schleswig-holsteinische AfD-Vorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein hat sich von einem Verein von Holocaust-Leugnern distanziert, für den sie 2014 noch Werbung gemacht hatte. 2014 sei der Verein „Gedächtnisstätte“ noch als „gemeinnützig anerkannt“ gewesen und habe nicht im Verfassungsschutzbericht gestanden, sagte Sayn-Wittgenstein der F.A.Z. am Freitag.

          Sie bestätigte, Werbung für den Verein gemacht zu haben. „Danach habe ich mich mit dem Verein nicht mehr beschäftigt.“ Heute gehe sie „natürlich“ auf Distanz zu dem Verein, dessen Gründungsvorsitzende schon im Jahr 1992 nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel war. Im niedersächsischen Verfassungsschutzbericht war der Verein schon im Jahr 2011 erwähnt. Die Rede von „Holocaust-Leugnern“ in Bezug auf die Vereinsvertreter sei „sicherlich angemessen“, sagte Sayn-Wittgenstein.

          Sayn-Wittgenstein bestreitet, jemals Mitglied des Vereins gewesen zu sein. Nach Angaben der AfD-Fraktion hatte sie dies jedoch in einer Fraktionssitzung behauptet. Was ihre persönliche Zukunft anbelangt, ist Sayn-Wittgenstein optimistisch.

          Sie habe von den Mitgliedern „durchweg nur Ermutigung“ erfahren und auch Vertreter des Landesvorstandes hätten gesagt: „Wir stehen hinter dir“. Spekulationen über eine Kandidatur für das Europaparlament erteilte Sayn-Wittgenstein eine Absage: Sie wolle in Schleswig-Holstein bleiben. Am kommenden Dienstag will die schleswig-holsteinische AfD-Fraktion über einen Ausschluss von Sayn-Wittgenstein beraten.

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