https://www.faz.net/-gpf-8v409

Berliner Islamistenszene : Fussilet-Moschee von Verein geschlossen

  • Aktualisiert am

Der umstrittene Moscheeverein „Fussilet 33“ hat seinen Standort im Berliner Stadtteil Moabit aufgegeben. Bild: EPA

Die Gebetsräume waren ein Treffpunkt für gewaltbereite Islamisten. Auch der Attentäter Anis Amri besuchte sie oft. Der Senat diskutierte über ein Verbot – dem kam der Moscheeverein jetzt zuvor.

          Die von dem islamistischen Terroristen Anis Amri besuchte Fussilet-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit ist geschlossen worden. Auf einem Zettel an der Tür der Gebetsräume war am Dienstag in Deutsch und Türkisch zu lesen: „Die Moschee ist endgültig geschlossen.“ Die Polizei bestätigte das. Auch die Schilder an der Tür waren abmontiert.

          Der Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete, der Hauseigentümer und der Moscheeverein hätten sich auf ein Ende des Mietvertrags geeinigt. Möbel und Gebetsteppiche sollen bereits abtransportiert worden sein. Mit der Schließung reagierte der Moscheeverein möglicherweise auch auf Verbotsbestrebungen der Behörden.

          Die Gebetsräume in dem unauffälligen Mietshaus waren nach Erkenntnissen der Polizei ein Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Die Polizei beobachtete den Hauseingang von einer gegenüberliegenden Polizeiwache zeitweise mit einer versteckten Kamera.

          Amri hatte die Moschee oft besucht, zuletzt wurde er dort am Tag des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefilmt. Am Abend des 19. Dezember fuhr er mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt, tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 50 zum Teil schwer.

          Verbotsverfahren gegen den Moscheeverein

          Über ein Verbot des Moscheevereins „Fussilet 33“ wird seit 2015 diskutiert. Die Berliner Senatsinnenverwaltung arbeitete schon länger daran. Polizeisprecher Winfried Wenzel sagte, man nehme die Entscheidung des Vereins, das Gebäude nicht mehr zu nutzen, zur Kenntnis. „Wichtiger für die Berliner Polizei ist aber die Frage, wohin sich die potenziellen Gefährder wenden.“

          Es sei durchaus sinnvoll, das Verbotsverfahren gegen den Moscheeverein weiter zu treiben. Dann könnten die bisher Verantwortlichen keine neue Moschee unter dem gleichen oder einem ähnlichen Namen gründen.

          Weitere Themen

          Trump droht mit Gegenschlag Video-Seite öffnen

          Nach Angriff auf Ölindustrie : Trump droht mit Gegenschlag

          Es gebe Hinweise, dass der Iran an dem Drohnenangriff auf zwei Öl-Raffinerien in Saudi-Arabien verantwortlich sei. Der amerikanische Präsident Trump schrieb in der Nacht zum Montag auf Twitter: „Wir haben Anlass zu glauben, dass wir den Täter kennen und warten mit geladener Waffe auf die Bestätigung“.

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Anne Will : Klimawandel und Professionalisierung

          In dieser Woche will die Bundesregierung ihre klimapolitischen Pläne festschreiben. Vorher schärfen alle Akteure noch einmal ihr Profil. Das gelang gestern Abend auch dem AfD-Politiker Björn Höcke, während es bei Anne Will um die Autoindustrie ging.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.