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F.A.Z. exklusiv : Vatikan nimmt Maria 2.0 ins Visier

Klein, dezentral, furchtlos: im Mai 2019 rief Maria 2.0 zu einem „Kirchenstreik“ auf. Bild: dpa

Zu einer Massenbewegung ist Maria 2.0 seit 2019 nicht geworden. Aber in Köln liegen die Nerven derart blank, dass niemand mehr vor Nachstellungen sicher sein kann.

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          Die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre beschäftigt sich mit der Reformbewegung Maria 2.0. Nach Informationen dieser Zeitung steht der Vorgang im Zusammenhang mit dem Protest katholischer Frauenrechtlerinnen gegen die Weigerung des Kölner Erzbischofs Woelki, ein von ihm in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten zu veröffentlichen. Auf Anfrage sagte ein Sprecher Woelkis, der Kardinal habe Maria 2.0 „nicht angezeigt“. Im Vatikan ist jedoch in dieser Sache Post aus Köln eingegangen.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Im November hatten etwa ein Dutzend Mitglieder der Reformbewegung mit einem „Beichtmobil“ unter dem Motto „Raus mit der Akte“ vor dem Kölner Dom und Erzbischöflichen Haus gegen das Verhalten der Bistumsleitung protestiert. Verantwortliche waren eingeladen, den „Beichtmüttern“ ihre Schuld zu gestehen. Wenige Wochen später organisierte Maria 2.0 eine digitale Dom-Demo, auf der unter anderem Mitglieder des Betroffenbeirates im Erzbistum Köln, aber auch einige Geistliche ihre Kritik an dem „Machtmissbrauch“ der Bistumsleitung erneuerten.

          Die Bewegung Maria 2.0 ist 2019 entstanden und ist bis heute nur ein loser Verbund mehrerer kleiner, über die Bundesrepublik verstreuten Gruppen. Sie tritt unter anderem für die Zulassung zu Frauen zu allen Weiheämtern in der katholischen Kirche ein und wird in diesem Anliegen auch von den großen katholischen Frauenverbänden unterstützt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sagte im vergangenen Jahr der Zeitschrift Publik-Forum über Maria 2.0: „Sie sind Teil der Kirche. Das sind unsere Leute.“

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