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Der Trend zur Urwahl : Aus Angst vor der Basis

  • -Aktualisiert am

CDU-Mitglieder sitzen bei einem Landesparteitag in Frankenthal, Rheinland-Pfalz vor einem Parteisymbol (Archivbild) Bild: dpa

Die übertriebene Verneigung politischen Personals mit Führungsanspruch vor welcher Basis auch immer kann nicht nur zu Parteikrisen führen. Es kann auch eine Demokratie ins Wanken bringen.

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          Urwahl, Basisbefragung, Volksabstimmung: Allmählich hat man das Gefühl, dass sich diesem Trend niemand mehr widersetzen kann. Derzeit herausragendes, aber keineswegs einziges Beispiel ist die verzweifelte Sozialdemokratie. Selbst die wenigen Genossen, die sich noch als Führungspolitiker betrachten, hatten nach den vielen Wechseln an der Spitze nicht mehr den Mut, sich einer Urwahl gleich zweier Vorsitzender entgegenzustellen.

          Die Reaktion auf den Vertrauensentzug, den so viele Vorsitzende erleben mussten, ist nicht der Entschluss, mit besserer und stärkerer Führung für mehr Vertrauen zu werben. Vielmehr wird die Verantwortung ängstlich an die Basis durchgereicht. Das ist so, als ob die Piloten im Cockpit nach einer Reihe von holprigen Landungen die Fluggäste entscheiden ließen, wie man am besten zurück auf die Erde kommt, um selbst an einer Bruchlandung nicht schuld zu sein. Das bisherige Repräsentationsprinzip, dem zufolge die Parteibasis Delegierte zu einem Parteitag schickt und diese Delegierten über den oder die Kandidaten abstimmen, die ein kleiner Kreis erfahrener Führungsleute ausgesucht hat, ist dahin.

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