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Haft nach „NSU 2.0“-Prozess : Ein Urteil im Namen der Würde

  • -Aktualisiert am

Fast sechs Jahre Haft: Alexander M. zwischen seinen Anwälten Bild: dpa

Das Landgericht Frankfurt ist überzeugt, dass Alexander M. allein gehandelt hat, als er in mehr als 80 Fällen bekannte Personen bedrohte. Das Urteil: fast sechs Jahre Haft.

          3 Min.

          Während der Urteilsverkündung zog der Angeklagte Alexander M. die Mundwinkel tief hinab. Seinen Oberkörper gekrümmt, die Arme die meiste Zeit verschränkt, wackelte er gelegentlich mit dem Kopf, um offenbar sein Missfallen über die Ausführungen der Vorsitzenden Richterin auszudrücken. Fast wirkte der Mann, der in mehr als 80 Fällen Politiker, Journalisten und Anwälte mit Drohungen drangsaliert und die Schreiben in Erinnerung an die rechtsextreme Terrorgruppe mit „NSU 2.0“ unterzeichnet hatte, wie ein trotziges Kind, das seine Schuld nicht eingestehen wollte.

          Timo Steppat
          Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          In dem neun Monate währenden Prozess hatte M. immer wieder unterschiedliche Angaben gemacht, sich auch selbst widersprochen. Ganz am Ende zeigte er vielleicht sogar eine Form von Mitgefühl für einzelne Opfer, die Taten gestand er jedoch nicht ein.

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