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Urteil im Halle-Prozess : Die Richterin ging an die Grenze

Sie ließ die Opfer ausführlich zu Wort kommen: Richterin Ursula Mertens Bild: EPA

Wie begegnet man jemandem, der noch im Gerichtssaal den Holocaust leugnet? Richterin Mertens entschied sich im Halle-Prozess für einen sehr menschlichen Ansatz – und stellte bis zum letzten Tag die Opfer in den Mittelpunkt, nicht den Täter.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Kevin S. hatte keinen leichten Start ins Leben, aber er kämpfte. Wegen eines epileptischen Anfalls bei der Geburt war er lernbehindert. Dennoch machte er seinen Schulabschluss, absolvierte mehrere Praktika und begann im Oktober 2019 bei einem Betrieb in Halle eine Ausbildung zum Maler. Ihn störte, dass die Arbeitswoche nur fünf Tage hatte. Er habe sich nicht zurückgezogen, habe etwas aus seinem Leben gemacht, sagt Ursula Mertens.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten.

          Sie ruft Leben und Tod von Kevin S. an diesem Montag noch einmal in Erinnerung. Sie spricht mit hörbarer Anerkennung von Kevin S. Dann schaut sie Stephan Balliet an, der zu ihrer Linken auf der Anklagebank sitzt. „Das alles ist Ihnen, Herr Balliet, in Ihrem Leben, in 27 Jahren nicht gelungen.“

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