https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/urteil-gegen-christchurch-attentaeter-namen-nicht-nennen-16925601.html

Namen von Attentätern : Höchststrafe

Der Oberste Gerichtshof Neuseelands. Bild: dpa

Die Höchststrafe für den Attentäter von Christchurch: lebenslang. Auch eine Höchststrafe: Die Namen von Terroristen nicht nennen – ihnen keine Bühne bieten.

          1 Min.

          Die Höchststrafe hat der Attentäter von Christchurch erhalten: lebenslang, ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung für die Ermordung von 51 Personen bei einem Anschlag auf zwei Moscheen. Das Massaker unter jenen, von denen er glaubte, dass sie anders seien als er selbst, wie sein Richter nun sagte, übertrug der Täter per Helmkamera ins Internet. Er wollte morden, und er wollte, dass die Welt dabei zusieht. Das Gericht nannte die Tat so unmenschlich und erbarmungslos, dass die gesetzlich vorgesehene Höchststrafe im Grunde nicht ausreiche.

          Doch gab die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern einen bedenkenswerten Hinweis jenseits des Rechts: Der Name des Täters solle nie wieder genannt werden. Natürlich kann dieser Wunsch, den sie schon gleich nach dem Anschlag geäußert hatte, eine freie Presse nicht binden; es handelt sich auch nicht um eine Anweisung. Es lohnt sich aber zu fragen: Inwiefern muss man ausgerechnet den schlimmsten Massenmördern ihren Wunsch nach Öffentlichkeit erfüllen?

          Warum sollen ausgerechnet sie in den Geschichtsbüchern verewigt werden, in denen schon genug Unholde stehen? Nun muss über jede Untat berichtet werden. Aber auch mit Sinn und Verstand. So ist es auch sonst ein legitimes Ziel, etwaige Nachahmer nicht zu ermuntern. Den Terroristen die Bühne zu verweigern, die sie so dringend suchen und brauchen – auch das ist eine Höchststrafe.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Weitere Themen

          Biden ordnet Notmaßnahmen an

          Engpass bei Babynahrung : Biden ordnet Notmaßnahmen an

          Mit einem ursprünglich für Kriegszeiten eingeführten Gesetz will die US-Regierung den Milchpulvermangel bekämpfen. Zudem sollen Flugzeuge des Verteidigungsministeriums Säuglingsnahrung aus dem Ausland anliefern.

          Topmeldungen

          Eintracht-Triumph im Finale : „Wir sind alle Helden“

          Die Eintracht gewinnt den Europa-League-Titel nach dem Elfmeter-Drama im Finale gegen die Rangers. Danach geben die Frankfurter das Bild eines Champions mit Stil ab – und sind überwältigt vom Triumph.
          Ukrainische Soldaten in der Region Charkiw

          Russische Invasion : Ukraine bereitet sich auf längeren Krieg vor

          Wolodymyr Selenskyj will das Kriegsrecht um 90 Tage verlängern. Die Vereinten Nationen verlangen von Russland die Freigabe blockierter Getreidevorräte. Im Donbass wurden mehrere Zivilisten getötet. Die Nacht im Überblick.
          Schaut auf diese Wurst: Im Imbiss Curry 36 am Mehringdamm in Berlin lassen sich die besten Seiten einer Bratwurstbude studieren.

          Deniz Yücel und der PEN : Rettet die Bratwurst!

          Deniz Yücel tritt als PEN-Vorstand zurück. Die Schriftstellervereinigung sei eine „Bratwurstbude“. Braucht es eine Ehrenrettung der Bratwurst – oder ist die Zeit der Würstchen vorbei?
          NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält die NATO-Beitrittsgesuche von Schweden und Finnland am Mittwoch in Brüssel. 10:35

          F.A.Z. Frühdenker : Scheitert die NATO-Norderweiterung an der Türkei?

          Andersson und Niinistö treffen Biden, die Union lehnt den Vorschlag der Ampel zur Verkleinerung des Bundestags ab, Lauterbach will die vierte Corona-Impfung für alle und Eintracht Frankfurt gewinnt den Europapokal. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.