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Ursula von der Leyen : Musterschülerin mit Fehlern

  • Aktualisiert am

Wird Ursula von der Leyen möglicherweise bereits 2017 die Nachfolgern von Angela Merkel? Bild: dpa

Zielstrebig, ehrgeizig, extrem diszipliniert: Ursula von der Leyen hat es bis zur Verteidigungsministerin gebracht – und wird schon als Kandidatin für höhere Posten gehandelt. Dass sie ihren Doktortitel behalten darf, hilft ihr.

          Als politische Quereinsteigerin hat Ursula von der Leyen eine Karriere hingelegt, die ihresgleichen sucht. Innerhalb von zwölf Jahren schaffte es die Tochter des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht vom CDU-Ratsmitglied der Kleinstadt Sehnde in die Landesregierung in Hannover und schließlich in die Bundesregierung, wo sie inzwischen den dritten Ministerposten inne hat. Nach ihrer Zeit als Familien-, dann Arbeitsministerin ist sie seit 2013 die erste Verteidigungsministerin der Bundesrepublik Deutschland.

          Von der Leyen galt immer als Musterschülerin. Ihr Abitur hat sie mit einem Notendurchschnitt von 0,7 absolviert. Dann folgte das Medizinstudium mit Doktortitel und schließlich die Karriere in der Politik, die sie trotz ihrer Verpflichtungen als Mutter von sieben Kindern zielgerichtet durchzog. Nebenbei findet sie manchmal sogar noch Zeit für ihr Hobby: Dressurreiten. Dennoch gilt die CDU-Politikerin als extrem diszipliniert. Unter der Woche übernachtet sie im Verteidigungsministerium neben ihrem Büro, um bloß keine Arbeitszeit zu verlieren.

          In ihrer Partei hat sie nur mäßigen Rückhalt, was auch an ihren Ergebnissen bei den Wahlen zur stellvertretenden Parteichefin ablesbar ist. Vielen in der CDU gilt sie als zu modern. Trotzdem wird die 57-Jährige seit Jahren als mögliche Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehandelt. Wenn man sie darauf anspricht, hat sie eine Standard-Antwort parat: Jede Generation habe ihren Kanzler, und in ihrer Generation sei das Angela Merkel.

          Trotzdem dürfte von der Leyen erleichtert darüber sein, dass sie ihren Doktortitel behalten darf. Zwar erkannte der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover bei der Überprüfung ihrer Dissertation zahlreiche Fehler fest, aber „kein Fehlverhalten.“ Auf dem Weg zu einer möglichen künftigen Kanzlerschaft könnte der Politikerin diese Entscheidung noch helfen.

          Plagiatsjäger werfen von der Leyen vor, auf 27 von 62 Seiten seien Plagiatsfunde.

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