https://www.faz.net/-gpf-90657

Probleme mit dem Tiger : Warum stürzte der Helikopter über Mali ab?

  • Aktualisiert am

Ein Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr beim Landeanflug auf das Camp in Gao (Archivbild) Bild: BUNDESWEHR H/REX/Shutterstock

Der Kampfhubschrauber Tiger hat in der Vergangenheit immer wieder Probleme gemacht. Nach dem Absturz in Mali sucht die Bundeswehr nun nach den Ursachen. Dabei könnte auch die Verteidigungsministerin in Bedrängnis geraten.

          Nach dem Tod von zwei Bundeswehrsoldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali steht die Frage nach der Ursache im Mittelpunkt. Ein Expertenteam der Bundeswehr sei am Donnerstag in Gao, um unter anderem den Flugschreiber auszuwerten, sagte der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Vizeadmiral Joachim Rühle. Der Routine-Flugbetrieb der Tiger werde bis auf Weiteres ausgesetzt. Hinweise auf Fremdeinwirkung lägen bisher nicht vor. Laut einer Mitteilung der Friedensmission der Vereinten Nationen Minusma deuteten erste Erkenntnisse auf technisches Versagen als Ursache hin.

          Der Hubschrauber war am Mittwochnachmittag 70 km nördlich von Gao abgestürzt und ausgebrannt. Der Pilot eines zweiten Tigers, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine flog, berichtete nach Informationen des „Spiegel“, der Tiger sei „urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen“. Nach Angaben des Leiters der weltweiten UN-Friedenseinsätze, Jean-Pierre Lacroix, waren die beiden Hubschrauber im Aufklärungseinsatz in Folge gewalttätiger Zusammenstöße bewaffneter Gruppen.

          Mit dem Tiger gab es immer wieder Probleme, er galt lange als pannenanfällig. Zuletzt fehlten Piloten, um das Gerät zu fliegen. Der „Expertiseverlust“ werde zunehmend zu einem „flugsicherheitsrelevanten Thema“, hieß es im Juni in einem internen Bericht des Kommandos Heer, aus dem das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zitiert hatte. Eine Handvoll Piloten werde für alle Übungs- und Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen. Sie würden der hohen zeitlichen Belastung nicht mehr standhalten, hieß es.

          Bedenken gab es auch wegen der Einsatzbereitschaft der Hubschrauber in der westafrikanischen Hitze. Der Inspekteur des Heeres hatte eine Ausnahmegenehmigung für den Flug unter hohen Temperaturen erteilt, bevor sie am 1. Mai einsatzbereit gemeldet wurden. Zunächst galt eine maximale Temperaturobergrenze von 43,26 Grad Celsius für den Start der Hubschrauber. Dieser Maximalwert, der sich je nach Luftdruck und Flughöhe berechnet, wurde für den Einsatz in Mali um fünf Grad angehoben.

          Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Henning Otte, teilte mit: „Dieser Unglücksfall führt uns erneut den vollen Umfang des Gefahrenpotenzials vor Augen, das mit dem UN-Einsatz in Mali verbunden ist – ein Einsatz, der für die Stabilisierung des Landes von enormer Bedeutung ist.“ Er diene der Bekämpfung von Terror und Fluchtursachen, sei aber auch für die Sicherheit Deutschlands von hoher Bedeutung. Die Ursache des Absturzes müsse möglichst schnell und lückenlos aufgeklärt werden.

          Ähnlich äußerte sich SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold. Die Abgeordneten müssten einen „genauen, exakten Bericht ohne Beschönigungen erhalten, welcher Defekt da tatsächlich vorliegt und welche strukturellen Konsequenzen das möglicherweise hat“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Arnold sprach sich – auch wegen des Absturzes – für eine Sondersitzung des Verteidigungsausschusses im September aus.

          Weitere Themen

          Notwendigkeit der Zusammenarbeit Video-Seite öffnen

          Mass und Lawrow bekräftigen : Notwendigkeit der Zusammenarbeit

          Bundesaußenminister Heiko Maas und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben die Notwendigkeit für die Zusammenarbeit beider Länder bekräftigt. Sie äußerten sich bei einem Treffen vor der Eröffnung des diesjährigen „Petersburger Dialogs“ in Königswinter.

          Kein Interesse an Mäßigung

          Äußerungen von Uwe Junge : Kein Interesse an Mäßigung

          Für gemäßigte Aussagen ist Uwe Junge definitiv nicht bekannt. Im Gegenteil: Er nutzt die Sozialen Netzwerke regelmäßig, um unter seinen Anhängern Stimmung zu machen – mit Erfolg.

          Topmeldungen

          Erntete zuletzt mehrfach Kritik für seine Äußerungen auf Twitter: Uwe Junge

          Äußerungen von Uwe Junge : Kein Interesse an Mäßigung

          Für gemäßigte Aussagen ist Uwe Junge definitiv nicht bekannt. Im Gegenteil: Er nutzt die Sozialen Netzwerke regelmäßig, um unter seinen Anhängern Stimmung zu machen – mit Erfolg.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.