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Urlaubsrückkehrer : Das sind die neuen Einreiseregeln

  • Aktualisiert am

Wenige Passagiere und kaum Betrieb im Januar 2021 am Flughafen Hamburg Bild: dpa

Für Reisen nach Deutschland gelten von diesem Donnerstag an neue Regeln. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mahnt Vorkehrungen an den Flughäfen an – damit eine vierte Welle im Herbst vermieden wird.

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          Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland gelten von diesem Donnerstag an bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg – außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Mutanten. Gemäß einer vom Kabinett beschlossenen Verordnung können auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise vermeiden, wenn sie aus einem „Risikogebiet“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 kommen. Dafür müssen sie belegen, kürzlich negativ getestet worden zu sein. Möglich soll das auch durch Hochladen des Nachweises in der digitalen Einreiseanmeldung sein.

          Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, etwa, wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht-geimpften Kindern reisen. Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zu sehen. Zentraler Faktor für die Einstufung als „Risikogebiet“ sind mehr als 50 gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

          Darüber hinaus gibt es „Hochinzidenzgebiete“ von einer Schwelle von 200 an sowie „Virusvariantengebiete“ mit neuen Mutanten. Während der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es dabei bleiben, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzen kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann.

          Aufgrund der sinkenden Neuinfektionszahlen lockern immer mehr Bundesländer die Corona-Regeln für Regionen, bei denen die Bundesnotbremse von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen nicht mehr greift. Baden-Württemberg will schon von Samstag an für Kreise, in denen fünf Tage lang die Inzidenz von 100 unterschritten wird, die Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und im Freizeitbereich entschärfen. So soll die Außen- und Innengastronomie zwischen 6 und 21 Uhr mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart. Geplant ist ferner, dass in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen und Ferienwohnungen vermietet werden können.

          „Wir brauchen schon jetzt strenge Tests“

          In Schleswig-Holstein sollen von Montag an Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. Niedersachsen erlaubt am Montag wieder touristische Übernachtungen und die Außengastronomie für Einwohner des Bundeslandes. In weiteren Bundesländern sind Lockerungen zu Pfingsten geplant.

          Die Sieben-Tages-Inzidenz näherte sich zuletzt bundesweit der Marke von 100, am Mittwoch gab das RKI sie mit 107,8 an. Auch beim Impfen gegen das Coronavirus kommt Deutschland voran. Am Dienstag wurden nach Angaben des RKI zum dritten Mal mehr als eine Million Menschen an einem Tag geimpft. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat eine Erstimpfung erhalten. Bei den Zweitimpfungen wurde die Marke von zehn Prozent erreicht.

          Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte sich mit Blick auf den Sommer zuversichtlich, richtete aber auch mahnend den Blick auf den Herbst. „Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. „Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen“, sagte er.

          Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. „Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen“, sagte der Lauterbach.

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