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Öffnungen ab Mitte Mai : „Es ist an der Zeit, den Urlaub in Italien zu buchen“

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi am Dienstag in Rom bei einem virtuellen Treffen der Tourismusminister der G20 Bild: EPA

Mit einem „grünen Pass“ will sich Italien Mitte Mai wieder für Touristen öffnen. Mit dem Dokument soll die Zeit bis zu einer europäischen Lösung überbrückt werden. Datenschützer haben Bedenken.

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          Italien will sich Mitte Mai mit einem nationalen „grünen Pass“ für ausländische Touristen öffnen. Das sagte Ministerpräsident Mario Draghi nach dem virtuellen Treffen der Tourismusminister der G20 am Dienstagnachmittag in Rom. Italien hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Gruppe der G20.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Mit dem nationalen Pass soll die Zeit bis zur Einführung des europäischen „Green Pass“ überbrückt werden, die für Mitte Juni erwartet wird. Italien sei bereit, Besucher aus aller Welt wieder willkommen zu heißen, sagte Draghi vor der Presse in Rom. Das virtuelle Treffen der Tourismusminister sei einer der ersten Termine der italienischen Präsidentschaft der G20 gewesen, sagte Draghi: „Es war ein symbolträchtiges Treffen. Die Welt will nach Italien kommen, doch die Pandemie hat uns gezwungen, uns vor der Welt zu verschließen. Aber jetzt ist Italien bereit, die Welt wieder willkommen zu heißen.“ Er zweifle nicht daran, dass der Fremdenverkehr in Italien stärker als zuvor wieder aufleben werde.

          Umsatzeinbruch im Tourismus

          Der Tourismus machte 2019 mehr als 13 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus und generierte einen Umsatz von gut 236 Milliarden Euro. Im Pandemiejahr 2020 brach der Umsatz im Fremdenverkehr um gut 51 Prozent ein, der Anteil an der ohnedies reduzierten Wirtschaftsleistung ging auf sieben Prozent zurück. „Wir müssen klare, einfache Regeln anbieten, damit die Touristen sicher zu uns kommen können“, sagte Draghi und fügte hinzu: „Es ist an der Zeit, den Urlaub in Italien zu buchen.“

          Die Bescheinigung soll nach italienischen Medienberichten touristische Reisen zwischen den zwanzig Regionen ermöglichen – gleichgültig, ob diese nach der italienischen Corona-Ampel als gelbe, orangefarbene oder rote Zonen mit jeweils unterschiedlichem Infektionsrisiko eingestuft werden. Der Reisende muss nachweisen, dass er vollständig gegen Covid-19 geimpft, von einer Erkrankung genesen oder in den vergangenen 48 Stunden negativ getestet worden ist. Kinder unter zwei Jahren sollen von der Nachweispflicht ausgenommen werden.

          Die Wiederherstellung des Vertrauens in das Reisen und in den Fremdenverkehr, der Wirtschaftsaufschwung und die Lehren aus den Erfahrungen mit der Pandemie für den Tourismus der Zukunft sind wesentliche Themen, die im Entwurf des Dokuments des G-20-Tourismusminister-Treffens unter italienischer Präsidentschaft genannt sind. Wegen der Pandemie sind weltweit fast 62 Millionen Arbeitsplätze im Tourismusbereich verloren gegangen, geht aus dem Dokument hervor.

          Italiens Datenschutzbehörde hatte zuletzt Bedenken wegen der Einführung eines nationalen „grünen Passes“ geäußert. Die bisher vorliegenden Pläne ließen zu viele Interpretationen offen, wie der Pass künftig eingesetzt wird, sagte der Präsident der nationalen Datenschutzbehörde, Pasquale Stanzione, der Zeitung „La Stampa“. Es sei außerdem nicht klar, wer die Daten verarbeite und wie die Privatsphäre der Nutzer geschützt würde. Stanzione forderte, alle Anwendungsbereiche für den „grünen Pass“ müssten offengelegt werden.

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