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Deutschland und Frankreich : Brauchen wir mehr Intellektuelle in der Politik?

Schriftsteller oder Politiker? Beides, antwortet der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Bild: Reuters

In Deutschland halten sich viele Intellektuelle aus der operativen Politik heraus. Ganz anders in Frankreich. Da „halten sich Politiker für Schriftsteller“, schreibt der Finanzminister – in einem Roman.

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          Dass es ernüchternd sein kann, wenn sich der Geist mit der Politik einlässt, ist spätestens seit Platon bekannt – als Politikberater biss er sich mit seinen Vorstellungen vom Philosophenkönigtum die Zähne aus. Und doch verwundert es, dass es gerade in Deutschland vergleichsweise wenige Leute gibt, die sich sowohl in der praktischen Politik als auch im Nachdenken darüber höchste Meriten erworben haben.

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.
          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Einer von ihnen ist Hans Maier, Politikwissenschaftler und langjähriger bayerischer Kultusminister. In der F.A.S. machte er jüngst als einen Grund für die Kluft zwischen geistiger und politischer Sphäre hierzulande aus, dass Deutschland früher eher „eine Kulturnation war als eine Staatsnation“. Das habe dazu geführt, dass man die Politik von oben herab anschaute. Hinzu gekommen sei, dass in Deutschland die politische Rhetorik, seit je eine Domäne der Intellektuellen, einen geringen Stellenwert habe. Denn zunächst habe sich eine funktionierende Verwaltung entwickelt „und dann erst der Rechtsstaat und der Parlamentarismus“. Bis heute könnte das ein Grund sein, warum die Juristen in der deutschen Politik überrepräsentiert sind.

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