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Unterbezahlte Unis : Die Herzkammer der Wissenschaft ist bedroht

Professoren fehlen, Hörsäle sind baufällig: Vorlesung an der Universität Bochum Bild: dpa

Deutsche Universitäten platzen mit fast zwei Millionen Studenten aus allen Nähten und müssen für ihre Finanzierung um jeden Euro bangen. Eine Studie zeigt, welche Konsequenzen das hat.

          6 Min.

          Während die Universitäten verkümmern und mit fast zwei Millionen Studenten vollkommen aus allen Nähten platzen, kann sich die außeruniversitäre Forschung über eine stabile und weitaus wettbewerbsfähigere Finanzierung freuen. Die vier großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft) waren im Zeitraum von 1995 bis 2015 deutlich stabiler finanziert als die Universitäten, die systematisch benachteiligt werden. Dabei gelten die Universitäten zu Recht als die Herzkammer der Wissenschaft. Von ihrer Leistungsfähigkeit hängt die Qualität des Gesamtsystems ab.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Auch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind auf starke Universitäten angewiesen. Denn sie brauchen die an den Universitäten ausgebildeten Nachwuchswissenschaftler. Doch die Balance der unterschiedlichen und klug aufgeteilten Funktionen und Qualitätsstufen von Wissenschaft stimmt in Deutschland schon seit langem nicht mehr. Während die außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit einem regelmäßigen Aufwuchs von drei (früher fünf) Prozent im Jahr rechnen können, den der Bund bezahlt, sind die Universitäten notorisch unterfinanziert und dazu gezwungen, ihr Drittmittelaufkommen ständig zu erhöhen, um die immer brüchigere Grundfinanzierung durch das jeweilige Sitzland auszugleichen.

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