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Unter Plagiatsverdacht : Die Prüfung

Ein Bericht der Kommission für das Rektorat der Hochschule liegt nach Informationen der F.A.S. inzwischen vor. Er enthält neben der Würdigung des ermittelten Sachverhalts auch eine Empfehlung zur Frage, ob Eumann der Doktortitel wieder aberkannt werden soll. Doch zu Details will sich die Universität immer noch nicht äußern. Mittlerweile gibt es manche an der TU, die befürchten, die Hochschulleitung wolle die Sache womöglich bis nach der Bundestagswahl verschleppen.

Erster bedeutender Sozialdemokrat

Politisch brisant ist der Fall in mehrfacher Hinsicht: Bisher waren nur CDU- und FDP-Doktoren im Visier von Plagiats-Aufklärern, Eumann ist der erste bedeutendere Sozialdemokrat, der im Verdacht steht, bei seiner Promotion getrickst zu haben. Zudem erhielt das Dortmunder Institut für Journalistik kurz nach Eumanns Promotion Fördermittel vom Land in Höhe von rund 200000 Euro für das Projekt „Initiative Lokaljournalismus in Nordrhein-Westfalen“ (Inlok). Wie aus Regierungsunterlagen hervorgeht, ging der Impuls für das Projekt direkt von der Staatskanzlei aus.

Nach der Rede von Ministerpräsidentin Kraft auf dem Kölner Medienforum 2011 wählte die „Mediengruppe“ der Staatskanzlei das Institut für Journalistik der TU Dortmund als den am besten geeigneten Projektträger aus, da das Institut neben seinem wissenschaftlichen Renommee „in ganz besonderer Weise Praxisnähe und Praxisbezug aufweisen kann“. Bis Februar 2013 veranstaltete Inlok 30 Fortbildungs-Workshops für zehn Lokalzeitungsredaktionen und für freie Journalisten. Auf einer Inlok-Tagung im Juli 2012 in Siegen saß Medienstaatssekretär Eumann gemeinsam mit Pöttker auf dem Podium.

Als der Verdacht, Eumann habe bei seiner Doktorarbeit getäuscht, öffentlich geworden war, teilte Pöttker, der bis März 2012 Dekan der Fakultät Kulturwissenschaft war, schriftlich mit: „Eine Verbindung zwischen Eumanns Promotion und dem Inlok-Projekt ist mir nicht bekannt.“ Auch handele es sich bei Inlok nicht um wissenschaftliche Vorarbeiten für Eumanns Stiftungsidee. Die Düsseldorfer Staatskanzlei wiederum ließ ihre Innenrevision die Sache in aller Eile prüfen. Ein Bericht entlastete den angeschlagenen Medienstaatssekretär.

Externer Rechtsexperte

Aus den Akten gehe hervor, dass Eumann „aufgrund der sich aus der Promotion bei ihm ergebenen Beziehung zu Prof. Pöttker Wert darauf legte, in der Entscheidungsfindung nicht eingebunden zu sein“. Nach der Bewilligung des Projekts habe Eumann aber die betreffenden Unterlagen in Kopie zur Kenntnis bekommen und sei über den Fortlauf des Projekts informiert worden. „Soweit er sich wiederholt über den Stand des Projekts informierte, war dies zulässig. Im Gegenteil wäre es problematisch gewesen, wenn er als fachlich zuständiger Staatssekretär über den Stand dieses aus Sicht der Landesregierung wichtigen Projekts nicht informiert gewesen wäre.“

Die CDU im nordrhein-westfälischen Landtag kommentierte salopp: „Staatskanzlei entlastet Staatskanzlei.“ Wann genau die TU Dortmund im Promotionsfall Eumann zu einem Ergebnis kommen will, bleibt offen. „Die TU Dortmund hat wegen der Komplexität der Sach- und Rechtslage ein juristisches Gutachten eines externen Rechtsexperten in Auftrag gegeben“, teilt die Hochschule der F.A.S. mit. Übermäßig komplex ist allerdings weder die Sach- noch die Rechtslage.

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