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Unter dem Mindestlohn : Harte Arbeit trotz Corona

Informationen verboten? Feldarbeiterinnen im südhessischen Weiterstadt Bild: Frank Röth

Wanderarbeiter aus Rumänien zerteilen Rinder und ernten Spargel. Oft unter schlechten Bedingungen und für zu wenig Geld. Das ist seit Jahren bekannt. Ausgerechnet die Corona-Krise könnte jetzt etwas ändern.

          11 Min.

          Ralf Helwerth trägt eine rote Gewerkschaftsweste. Er hält einen Packen Papiere in die Höhe und läuft auf das Erdbeerfeld zu. „Ich habe Informationsmaterial“, sagt er laut. „Sindicat“, ruft er, Rumänisch für „Gewerkschaft“. Einige Köpfe gehen in die Höhe. Eine Frau, offenbar die Vorarbeiterin, springt über die Pflanzenreihen, sie brüllt, spricht dann aufgebracht in ihr Telefon. Die rund 20 Arbeiter, die meisten sind Frauen, blicken nun sehr konzentriert auf die Früchte am Boden. Kurz darauf kommt ein Lieferwagen angerollt. „Ich komme von der Gewerkschaft IG Bau. Ich habe Informationsmaterial“, wiederholt Helwerth. „Das ist verboten“, sagt die dazugekommene Frau in gebrochenem Deutsch. „Information verboten. Sollen Arbeiten.“

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.
          Timo Steppat
          Redakteur in der Politik.

          Ob die Frau selbst Subunternehmerin ist oder der verlängerte Arm des Bauern, lässt sich nicht klären. Helwerth redet so lange, bis sie den Gemüsebauern anruft. Die beiden telefonieren einige Minuten. Nicht nur die Landwirte in Südhessen fühlen sich unter Verdacht. Einer sagt, bei ihm gehe es den Arbeitern besser als in den Heimatländern. Bessere Unterkünfte als in Rumänien oder Bulgarien und mehr Geld. Helwerth wiegt den Kopf. „In Deutschland gibt es einen Mindestlohn und Standards, die müssen durchgesetzt werden.“

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