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Unrechtmäßig abgeschoben : Afghane auf dem Rückweg nach Deutschland

  • Aktualisiert am

Gemeinsam mit 68 anderen Afghanen wurde der junge Mann Anfang Juli abgeschoben. Bild: dpa

Seine Klage gegen die Ablehnung des Asylbescheids lief noch. Trotzdem wurde der junge Afghane abgeschoben. Er kann in Deutschland bald weiter um Asyl kämpfen.

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          Der zu Unrecht aus Neubrandenburg abgeschobene afghanische Asylbewerber ist auf dem Rückweg nach Deutschland. Der junge Mann flog am Mittwoch von Kabul in die pakistanische Hauptstadt Islamabad, wo er ein Visum für die Weiterreise nach Deutschland erhalten sollte, wie der Deutschen Presse-Agentur in Kabul bestätigt wurde. Wegen einer Verspätung des Fluges habe er aber die deutsche Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt nicht mehr rechtzeitig erreichen können, hieß es. Sein Rückflug nach Deutschland sei daher von Freitag auf Sonntag verschoben worden. Zuerst hatte der NDR über den Rückflug berichtet.

          Der Mann, der seit 2015 in Deutschland lebte, war einer jener 69 Menschen, die Anfang Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben worden waren. Wegen eines noch laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald hätte der 20 Jahre alte Mann aber nicht abgeschoben werden dürfen. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt und sollte noch vor Gericht angehört werden.

          Der Fall wurde erst zwei Wochen nach der Abschiebung bekannt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestand daraufhin „Verfahrensfehler“ ein. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Behörde die Identität des Mannes falsch zugeordnet. Nach dpa-Informationen sorgte das Auswärtige Amt nach der Abschiebung zunächst dafür, dass der Mann nahe Kabul sicher untergebracht wurde.

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