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Wegen Plagiatsvorwürfen : CDU-Politiker Steffel verliert Doktortitel

  • Aktualisiert am

Frank Steffel (CDU) verliert seinen Doktortitel. Bild: dpa

Laut der Freien Universität Berlin soll der Bundestagsabgeordnete an zahlreichen Stellen seiner Doktorarbeit wörtliche Übernahmen nicht gekennzeichnet haben. Steffel wird wohl gegen den Beschluss klagen.

          Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel verliert wegen Plagiatsvorwürfen seinen Doktortitel. Wie die Freie Universität Berlin am Montag mitteilte, beschloss das Präsidium der Hochschule, Steffel den 1999 vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaft verliehenen Doktorgrad (Dr. rer. pol.) zu entziehen. Der Beschluss sei einstimmig gefallen. Gegen die Entscheidung kann Steffel vor dem Verwaltungsgericht klagen. Nach Angaben seines Büros wird er gegen den Beschluss vorgehen.

          Der Entscheidung sei eine mehrmonatige Untersuchung der Plagiatsvorwürfe vorausgegangen, hieß es weiter. Die Entscheidung sei Steffel am Montag übermittelt worden. Dem 52 Jahre alten Politiker wird vorgeworfen, dass er in seiner Dissertation über „Bedeutung und Entwicklung der Unternehmer in den neuen Bundesländern nach der deutschen Einheit 1990“ an zahlreichen Stellen wörtliche oder fast wörtliche Übernahmen in erheblichem Umfang nicht als solche gekennzeichnet hat.

          Für jede der vom Gremium überprüften Passagen gebe der Verfasser zwar eine Quelle an. Es werde jedoch nicht ersichtlich, „dass er wörtlich oder fast wörtlich Texte anderer Autoren in seine Dissertation eingefügt hat und in welchem Umfang“, hieß es zur Begründung.

          Steffel sei die Möglichkeit der Stellungnahme eingeräumt worden. Dabei habe er unter anderem darauf verwiesen, dass er keinen Täuschungsvorsatz gehabt habe. Außerdem verwies er auf die Zitierweise seines damaligen wissenschaftlichen Betreuers im Promotionsverfahren.

          Die Freie Universität Berlin hatte nach eigenen Angaben im November 2017 einen Hinweis auf mögliche Plagiate in der von Steffel verfassten Dissertation erhalten. In dem Prüfverfahren wurden auch Stellungnahmen von Mitgliedern der damaligen Promotionskommission und vom damaligen Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft eingeholt. Unter Berücksichtigung aller Stellungnahmen bejahe das Prüfungsgremium und das Präsidium der Freien Universität „eine zumindest bedingt vorsätzliche Täuschung und eine Verletzung des Gebotes der wissenschaftlichen Redlichkeit“, erklärte die Hochschule.

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