https://www.faz.net/-gpf-af2nt

„2-G-Regelung“ in Hamburg : Man darf Ungeimpfte ausschließen

  • -Aktualisiert am

Besucher sitzen Ende Mai mit großen Abständen in der Staatsoper Hamburg. Von Samstag an können Theater, Restaurants und andere Einrichtung nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Bild: dpa

Ist es in Ordnung, Ungeimpften den Zutritt zu verwehren, wie es bald in Hamburg möglich ist? Ja: Es ist das gute Recht einer Gesellschaft, das Wohl möglichst vieler über die Freiheit des Einzelnen zu stellen.

          1 Min.

          Ist es gerecht, wenn Restaurants, Theater und andere Einrichtungen künftig die „2-G-Regelung“ einsetzen und nur noch für Geimpfte und Genesene öffnen dürfen, wie Hamburg es von Samstag an erlaubt? Schafft es eine Zweiklassengesellschaft, wenn Abstandsregeln, Testpflicht und Tanzverbot für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten sollen und sie im Club sorglos feiern dürfen, während Ungeimpfte vor der Tür vergeblich auf Einlass warten, mit 1,5 Metern Sicherheitsabstand?

          Zweimal ja. Denn längst kann sich jeder impfen lassen, der will. Und wer sich freiwillig dagegen entscheidet, ob aus nachvollziehbaren Gründen oder nicht, der entscheidet sich damit ebenso freiwillig für die Konsequenzen und muss sie tragen. Das ist das gute Recht einer Gesellschaft, die das Wohl möglichst vieler in einzelnen Punkten über die Freiheit des Einzelnen stellen kann.

          So ist es bei der Impfpflicht gegen Masern und auch bei Trunkenheit im Straßenverkehr: Jeder hat die individuelle Freiheit zu trinken, was und so viel er möchte. Aber sobald er damit das Gemeinwohl gefährdet, ist es nur recht und billig, ihn von der Verkehrsteilnahme auszuschließen.

          Eine andere Frage ist freilich, ob man statt „2G“ nicht noch eine zusätzliche Sicherung bei Geimpften und Genesenen einführen sollte. Auch sie können das Virus schließlich weitergeben. Wenn der Herbst nicht wieder hart werden soll, wäre es weitsichtiger, auch von ihnen an bestimmten Orten einen negativen Test zu verlangen.

          Oliver Georgi
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weitere Themen

          Islamistisches Motiv vermutet Video-Seite öffnen

          Angriff auf Tory-Politiker : Islamistisches Motiv vermutet

          Nach dem tödlichen Messerangriff auf den britischen Abgeordneten David Amess geht die Polizei von einem islamistischen Hintergrund aus. Bei dem festgenommenen Verdächtigen soll es sich um einen britischen Staatsbürger mit somalischen Wurzeln handeln.

          Sehnsucht nach Vergeltung

          Spannungen im Libanon : Sehnsucht nach Vergeltung

          Beirut wurde von Gefechten erschüttert, wie sie die Stadt lange nicht mehr erlebt hat. Nun wächst die Sorge vor einem neuerlichen Bürgerkrieg. Unterwegs in einer Stadt, die auf das nächste Unheil wartet.

          Topmeldungen

          Ende einer Amtszeit: Sebastian Kurz gibt am 9. Oktober 2021 seinen Rücktritt bekannt

          Frankenberger fragt : Ist das „System Kurz“ am Ende, Ursula Plassnik?

          Sebastian Kurz galt als politisches Wunderkind - jetzt ist er bereits zum zweiten Mal als Bundeskanzler Österreichs zurückgetreten. Wie geht es nun weiter? Wir fragen Ursula Plassnik, frühere Außenministerin des Landes.
          Der Inbegriff eines Whistleblowers: Edward Snowden. Möchte man in seine Fußstapfen treten, sollte man einiges beachten.

          Vorteile und Risiken : Soll ich Whistleblower werden?

          Die Kollegen schieben krumme Dinger, der Chef ist nicht ganz ehrlich bei der Abrechnung: Soll ich das öffentlich machen? An wen kann ich mich wenden? Wer Hinweisgeber werden will, muss vorsichtig sein – und an die eigene Gesundheit denken.
          Seit 20 Jahren Chef von Gazprom und treuer Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putin: Alexej Miller.

          Gazprom-Chef Alexej Miller : Putins Mann fürs Gas

          Alexej Miller ist seit 20 Jahren Chef von Gazprom und treuer Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hat den Konzern äußerlich modernisiert – doch im Kern ist dieser ein Instrument des Kremls geblieben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.