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„Primitiv und geschmacklos“ : Unbekannte stellen Grabstein vor Merkels Wahlkreisbüro auf

  • Aktualisiert am

Kanzlerin Merkel während einer Befragung im Berliner Bundestag am 13. Mai. Bild: EPA

Vor dem Büro des Wahlkreises von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Unbekannte einen mit Rosen und Mundschutz verzierten Grabstein aufgestellt. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verurteilte die Aktion.

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          Unbekannte haben vor dem Wahlkreisbüro von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Stralsund einen nachgebildeten Grabstein aufgestellt. Er trug die Inschrift „Pressefreiheit Meinungsfreiheit Bewegungsfreiheit Versammlungsfreiheit Demokratie 1990-2020“, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der Stein war von Rosen und Grabkerzen umgeben, ein Mundschutz war an ihm befestigt. Die Hinweistafel zum Wahlkreisbüro wurde mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt. Der Staatsschutz der Kripo Anklam ermittelt. Die Polizei bittet Zeugen, die das Geschehen zwischen Donnerstagabend 19 Uhr und Freitagmorgen 6.00 Uhr beobachtet haben, um Hinweise.

          CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak verurteilte die Aktion als „primitiv und geschmacklos“. „Wir können in unserem Land über alles diskutieren. Aber einen Grabstein vor ein Wahlkreisbüro zu stellen, ist unsäglich und respektlos. Wer mit solchen Mitteln seine Meinung ausdrücken möchte, disqualifiziert sich selbst“, erklärte Ziemiak am Freitagabend in Berlin.

          Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Proteste von Gegnern der Corona-Politik und Kritiker der medialen Berichterstattung zugenommen. Unter anderem griffen Teilnehmende Kamerateams an und beleidigten Pressevetreter. Das löste auch innerhalb der CDU eine Debatte darüber aus, wie mit der Kritik der Bevölkerung umgegangen werde müsse. So forderte beispielsweise Friedrich Merz, der auch für den CDU-Vorsitz kandidiert, eine härtere Abgrenzung gegenüber den radikaleren Kritikern: „Ich finde den sich andeutenden Stimmungswechsel sehr beunruhigend“, sagte der Politiker dem „Spiegel“. „Wir alle müssen denen, die jetzt versuchen, mit kruden Verschwörungstheorien verunsicherte Milieus ein­zufangen, viel klarer und härter entgegentreten.“

          Auch für das bevorstehende Wochenende sind in ganz Deutschland wieder Proteste geplant. Unter anderem haben Veranstalter in Frankfurt, Stuttgart, München und Berlin Demonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmenden angemeldet. Vielerorts sind die Teilnehmerzahlen jedoch durch die Städte begrenzt worden und unterliegen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.

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