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Unbegleitete Minderjährige : Es lief besser als erwartet

Ein Bild aus der Flüchtlingskrise im August 2015: Zahlreiche Migranten aus verschiedenen Ländern sitzen auf einer Treppe am Bahnhof in Rosenheim in Bayern und warten darauf, registriert zu werden. Bild: dpa

In Rosenheim warnten Flüchtlingshelfer einst vor einem Desaster. Doch die Integration in Arbeit lief weit besser als gedacht. Nun aber wird das Erreichte durch die Pandemie bedroht – und durch das Asylrecht.

          9 Min.

          Rosenheim war einst das Nadelöhr der Migrationsbewegung nach Deutschland, die Balkan- und die Brennerroute kamen hier zusammen, zeitweise wurden in der Stadt mehr als 2000 Asylbewerber täglich aufgegriffen und in Sporthallen untergebracht, die zu Notaufnahmen umfunktioniert waren. „Wir schaffen das“, sagte Angela Merkel im August 2015.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Der Satz sei „wie ein Befehl“ gewesen, sagt Hans Mitterer heute. Er war damals und ist auch noch heute im Auftrag des Landkreises in der Integration von unbegleiteten Minderjährigen tätig. Das sind junge Migranten, die ohne Begleitung von Eltern und Verwandten ankommen und von den Jugendämtern in Obhut genommen werden müssen. Viele von ihnen haben lange, teils lebensgefährliche Reisen hinter sich. Anfangs waren Mitterer und seine Kollegen voller Elan. Da kamen engagierte junge Menschen. Doch bald trat eine große Ernüchterung ein angesichts der enormen Zahl. „Die ganze Stadt voller Flüchtlinge, das funktioniert doch nicht“, habe er gedacht, sagt Mitterer heute.

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