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Umweltministerin im Gespräch : „Eine verbindliche Zwei-Grad-Obergrenze wäre ein Erfolg“

„Keine Steuererhöhung“: Hendricks bei einem Besuch in der Redaktion Bild: Helmut Fricke

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) über die Klimakonferenz in Paris, die Verantwortung der großen Industriestaaten und Elektrofahrräder.

          Frau Ministerin, vor der Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris sollten bis März alle Staaten ihre Klimaziele vorlegen. Sind Sie zufrieden?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Noch nicht ganz. Bis jetzt haben nur 34 Länder ihre Pläne vorgelegt, darunter die 28 Länder der EU und die Vereinigten Staaten. Ich rechne aber mit weiteren Beiträgen bis zur Jahresmitte, etwa von China. Wir legen Wert darauf, dass die G-7-Staaten dies erledigen, bevor sie nach Bayern zum Gipfel reisen. Da müssen sich auch Japan und Kanada noch bewegen.

          Ist das, was auf der G-7-Konferenz besprochen wird, nicht auch eine Vorbedingung dafür, dass auch die Klimakonferenz ein Erfolg wird?

          Von der G-7-Konferenz soll ein Schwung für den Klimagipfel in Paris ausgehen. Die großen Industrienationen müssen mit anspruchsvollen nationalen Zielsetzungen Vorreiter bei der Eindämmung des Klimawandels sein. Zum anderen kann ein Signal der G-7-Staaten, dass sie zu ihren Verpflichtungen stehen und die armen Länder des Südens bei der Minderung und insbesondere bei der Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimawandels finanziell unterstützen, zur Vertrauensbildung und damit zu erfolgreichen Verhandlungen in Paris beitragen

          Die G-7-Staaten haben eine besondere Verantwortung?

          Ja, weil sie nun mal über eine große Wirtschaftskraft in der Welt verfügen und weil sie eben Industrieländer sind, die in der Vergangenheit – natürlich wegen der Wirtschaftsweise, die wir alle hatten – den Großteil der Verschmutzung zu verantworten haben.

          Ab wann wäre denn die Klimakonferenz in Paris aus Ihrer Sicht ein Erfolg?

          Es wäre ein Erfolg, wenn wir uns als Weltgemeinschaft erstmals rechtlich bindend darauf verständigen, dass wir die Zwei-Grad-Obergrenze einhalten – dass wir also bis zum Ende dieses Jahrhunderts keinesfalls mehr als zwei Grad Erderwärmung zulassen wollen. Davon abzuleiten ist dann natürlich die Frage, was die einzelnen Länder zu leisten haben. Die Herausforderung wird sein, dass die nationalen Beiträge in der Summe ausreichend ambitioniert sind, um den Klimawandel auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zugleich müssen wir uns auf verbindliche Regeln zur Messbarkeit und Vergleichbarkeit der Maßnahmen verständigen.

          Können Sie ein Beispiel nennen, was sie konkret mit Vergleichbarkeit meinen – wird die Tonne Kohlendioxid etwa in China anders gemessen als in Europa?

          Das wissen wir erst, wenn alle Staaten mitgeteilt haben, welche Gase sie bei der Berechnung ihrer Treibhausgasemissionen berücksichtigen. Außerdem können wir nur vergleichen, wenn wir die Emissionen auf die gleichen Basisjahre beziehen. Die Vereinigten Staaten sagen, sie wollten 26 bis 28 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen im Vergleich zu 2005. Im Kyoto-Protokoll haben wir hingegen 1990 als Referenzjahr vereinbart. Auf 1990 bezogen, schrumpft das Reduktionsziel der Vereinigten Staaten auf 14 bis 16 Prozent.

          Auf was sollten die G-7-Staaten sich Ihrer Meinung nach verständigen im Juni?

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